Die BOYS FROM HEAVEN aus Dänemark veröffentlichen dieser Tage ihr drittes AOR-Album. Irgendwie hat es die Truppe bis jetzt geschafft, sich vor mir zu verstecken, aber das ist nun Geschichte. Mit Album Nummer drei ist das Versteckspiel vorbei. Da ich es bislang noch nicht geschafft habe, die beiden Vorgänger sowie die EP anzuhören, kann ich über deren Qualitäten keine Aussage treffen und auch nicht beurteilen, ob sich innerhalb der Band oder am Sound etwas verändert hat.
Zur Besetzung gehören Sänger Chris Catton, Gitarrist Mads Schaumann, Keyboarder Mads Noyé, Saxophonist Jonas Klintström und Schlagzeuger Søren Viig Mathiesen. Als Gäste sind Lucas Szcyrbak am Bass und Michael Catton an den Backing Vocals mit dabei.
Chris besitzt eine sehr angenehme Stimme, die sich in einer Range bewegt, die weder zu aufdringlich noch zu schmalzig wirkt. Sie klingt feiner als viele andere Stimmen im Genre, was dem AOR-Sound der Band ausgesprochen gut zu Gesicht steht.
Die Gitarren und das Keyboard arbeiten wie ein perfekt eingespieltes Ehepaar Hand in Hand, ohne dass sich einer der beiden in den Vordergrund drängt. Der Bass kommt mit dezenten Tönen aus der zweiten Reihe, während das hervorragend eingesetzte Saxophon einen starken Kontrastpunkt setzt, ohne dabei jemals deplatziert zu wirken. Die Drums halten sich vornehm zurück und sorgen dafür, dass die harmonische Grundstimmung des Albums nicht unnötig gestört wird.
Beim ersten Hördurchgang des Albums war ich zunächst enttäuscht. Mein erster Gedanke war: Klingt nett, aber nichts, was einen vom Stuhl reißen würde. Allerdings schafften es die BOYS FROM HEAVEN mit jedem weiteren Durchlauf, diese anfängliche Enttäuschung in einen deutlichen Aha-Effekt zu verwandeln.
Mit ihrem fast schon weichgespülten AOR sammeln die Dänen eine ganze Menge Pluspunkte. Der Sound lässt Vergleiche mit Quarterflash, Boulevard, Beau Coup, Beau Geste, Charlie, The Look, Bite The Bullet, 8084, Adrenalin sowie der Leichtigkeit von Toto mit einer Prise Alien-Vibes zu.
Aber auch skandinavische Vertreter wie Bad Habit, Captain Black Beard, Care Of Night, Code Red, Creye oder Cruzh können als Referenz herangezogen werden. Vielleicht kommt mir deshalb vieles auf The Wanderer seltsam vertraut vor, obwohl mir die Band bislang nur dem Namen nach bekannt war.
Am Ende liefern BOYS FROM HEAVEN genau das, was man von einem guten AOR-Album erwartet: eingängige Melodien, starke Harmonien und einen Sound, der flüssig aus den Lautsprechern kommt. Wer sich bei den genannten Vergleichen angesprochen fühlt, sollte definitiv ein oder zwei Ohren riskieren.
Ein sehr interessantes AOR-Album, das die Dänen hier auf die unschuldigen Hörer loslassen.
Anspieltipps
- I’ll Wait
- Hotline
- Street Heart
- How Long
- I Will Never Let You Down
- Till The Bitter End
Tracklist
- I’ll Wait
- Hotline
- Hold Your Heart
- Street Heart
- Say Goodbye
- How Long
- Eileen
- I Will Never Let You Down
- Time Is On Our Side
- Till The Bitter End
Laufzeit: 42:00
Label: Frontiers Music s.r.l.
VÖ: 22.05.2026
Genre: AOR
Video:
https://www.youtube.com/watch?v=U9ax0EK5o3g
Links:
https://boysfromheaven.com/
https://www.facebook.com/boysfromheavenmusic
https://www.instagram.com/boysfromheavenmusic
Bewertung: 8/10
METALHEADS WORLD
BOYS FROM HEAVEN liefern mit The Wanderer ein Album ab, das seine Stärken nicht beim ersten Kontakt offenbart. Wer der Scheibe jedoch mehrere Durchläufe gönnt, entdeckt eine Vielzahl starker Melodien, geschmackvoller Arrangements und einen angenehm unaufgeregten AOR-Sound. Ein Album, das nicht mit der Tür ins Haus fällt, sondern seine Qualitäten Stück für Stück offenlegt.

