Die neue Dokumentation „Di’Anno: Iron Maiden’s Lost Singer“ wirft einen bewegenden Blick auf die letzten Lebensjahre des ehemaligen Iron-Maiden-Sängers Paul Di’Anno. Nun hat Regisseur Wes Orshoski interessante Details über eine der emotionalsten Szenen des Films enthüllt.
Im Mittelpunkt steht das Wiedersehen zwischen Paul Di’Anno und Iron-Maiden-Bassist Steve Harris im Mai 2022 in Kroatien. Es war das erste persönliche Treffen der beiden Musiker seit mehreren Jahrzehnten und wurde zu einem der bewegendsten Momente der gesamten Dokumentation.
Orshoski verriet, dass er die Szene überraschenderweise nicht mit professionellem Equipment, sondern mit seinem Mobiltelefon filmte. Bereits 2017 hatte das Iron-Maiden-Management um Rod Smallwood dem Regisseur mitgeteilt, dass die Band nicht offiziell an dem Projekt beteiligt sein werde. Deshalb wollte Orshoski bei dem Treffen möglichst unauffällig bleiben.
Als Steve Harris schließlich den Raum betrat, hielt der Regisseur den Moment spontan mit seinem Smartphone fest. Lange Zeit war unklar, ob das Material überhaupt verwendet werden durfte. Letztendlich gab Iron Maiden jedoch grünes Licht für die Nutzung der Aufnahmen.
Orshoski lobte die Haltung der Band ausdrücklich und bezeichnete Iron Maiden rückblickend als „sehr cool“ im Umgang mit der Dokumentation.
Besonders berührend sei der erste Augenblick gewesen, als sich Harris und Di’Anno nach Jahrzehnten wieder gegenüberstanden. Laut Orshoski sei in ihren Gesichtern sofort eine gewisse Wärme und Vertrautheit erkennbar gewesen, bevor beide in ihre typisch britische Zurückhaltung verfielen.
Die Dokumentation erzählt die Geschichte von Paul Di’Annos schwerem gesundheitlichen Kampf in seinen letzten Lebensjahren. Unterstützt von Fans und Freunden zog der Sänger nach Kroatien, wo er medizinische Hilfe erhielt und überraschend auf die Bühne zurückkehrte.
Der Film enthält darüber hinaus Beiträge zahlreicher prominenter Musiker, darunter Mitglieder von Metallica, Kiss, Exodus, Slayer, Megadeth, Overkill und Sepultura.
Paul Di’Anno, der mit den Iron-Maiden-Klassikern „Iron Maiden“ (1980) und „Killers“ (1981) Musikgeschichte schrieb, verstarb am 21. Oktober 2024 im Alter von 66 Jahren in Salisbury, England.
Mit der Dokumentation erhält eine der faszinierendsten und tragischsten Persönlichkeiten der Heavy-Metal-Geschichte nun ein würdiges filmisches Denkmal.