Es gibt Länder, die scheinen das Erfolgsrezept für melodischen Hard Rock und AOR einfach verinnerlicht zu haben. Schweden gehört seit Jahrzehnten zweifellos dazu. Ob Europe, Eclipse, H.E.A.T., Work Of Art oder The Night Flight Orchestra – immer wieder kommen erstklassige Bands aus dem hohen Norden. Rockett Love gehören inzwischen definitiv ebenfalls in diese Liga.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2015 hat sich die Band mit den Alben „Grab The Rocket“ (2017), „Greetings From Rocketland“ (2019) und „Galactic Circus“ (2023) kontinuierlich weiterentwickelt. Mit „Wired For Sound“, das am 26. Juni 2026 über Pride & Joy Music erscheint, legen die Schweden nun ihr viertes Studioalbum vor – und für mich ist es ihr bislang stärkstes Werk.
Schon nach wenigen Minuten wird klar, warum mich dieses Album sofort gepackt hat. Wer auf großen Arena Rock mit den Genen von Bon Jovi, Def Leppard und klassischem Melodic Rock steht, bekommt hier genau das, was er sich wünscht: starke Hooks, hymnische Refrains, erstklassige Gitarrenarbeit und eine Produktion auf höchstem Niveau.
Der Opener „If You Want Love“ eröffnet das Album mit druckvollen Gitarren und einem Refrain, der sofort hängen bleibt. Direkt danach folgt mit „I Feel Alive“ die erste Single – ein echter Ohrwurm mit hervorragenden Melodien, einem treibenden Basslauf und einem großartigen Gitarrensolo. Kein Wunder, dass sich die Band genau diesen Song als erste Auskopplung ausgesucht hat.
„Stand Up“ überzeugt als kraftvoller Midtempo-Rocker, bevor „Into Oblivion“ mit markanten Gitarrenriffs, satten Drums und einem modernen Melodic-Rock-Sound nachlegt. Besonders gefällt mir hier das Zusammenspiel der Gitarristen Stefan und Gustav, während Bassist Dennis mit seinem druckvollen Basssound dem Album zusätzliche Tiefe verleiht.
Auch im weiteren Verlauf bleibt das Niveau konstant hoch. „Living On The Edge“ lebt von seinen starken Gitarrenharmonien und einem weiteren eingängigen Chorus. Sänger Daniel liefert über das gesamte Album eine hervorragende Leistung ab und bewegt sich souverän zwischen kraftvollen Rockstimmen und melodischen Passagen.
Mit „Take It Or Leave It“ liefern Rockett Love sommerliche AOR-Vibes, während „Ready To Fly“ praktisch danach schreit, live vor tausenden Fans gespielt zu werden. „Change“ setzt erneut auf starke Melodien und hymnische Refrains, bevor „I (Make It Real Tonight)“ mit großartiger Gitarrenarbeit und einem starken Solo glänzt.
Den Abschluss bildet „Get Out Of My Face“, ein energiegeladener Hardrocker mit ordentlich Druck und einem Finale, das das Album perfekt abrundet.
Was Rockett Love so stark macht, ist die Tatsache, dass die Band niemals versucht, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen konzentrieren sich die Schweden auf das, was sie perfekt beherrschen: zeitlosen Melodic Rock mit großen Refrains, exzellenten Musikern und Songs, die sofort ins Ohr gehen.
Ich sage es seit Jahren immer wieder: Die Schweden – und auch die Schweizer – haben einfach ein außergewöhnliches Gespür für melodischen Hard Rock und Melodic Metal. Rockett Love bestätigen diese Aussage eindrucksvoll.
Fazit:
„Wired For Sound“ ist ein Album voller Energie, Spielfreude und erstklassigem Songwriting. Jeder, der Bands wie Bon Jovi, Def Leppard, H.E.A.T., Eclipse oder Work Of Art liebt, sollte sich dieses Album unbedingt anhören.
Für mich gehört „Wired For Sound“ schon jetzt zu den stärksten Melodic-Rock-Veröffentlichungen des Jahres 2026.
Metalheads World Wertung: 9,5/10