Wenn Deep Purple in Deutschland spielen, ist das für viele Rockfans Pflichtprogramm. Der Auftritt im stimmungsvollen Klosterhof Wiblingen bei Ulm bildete da keine Ausnahme. Eine legendäre Band an einem besonderen Ort – diese Gelegenheit durfte ich mir nicht entgehen lassen. Begleitet wurde ich dabei von meiner lieben Daniela.
Bereits bei der Anreise gab es eine erfreuliche Überraschung. Ohne jede Diskussion durften wir den Behindertenparkplatz nutzen. Auch die Security zeigte sich aufmerksam und hilfsbereit. Auf dem Gelände selbst waren der Zugang sowie die Rollstuhltribüne hervorragend organisiert, das Personal freundlich und jederzeit ansprechbar. Dafür geht ein großes Dankeschön an die Provinztour Konzertagentur, die in diesem Bereich ganze Arbeit geleistet hat.
Einen kleinen Kritikpunkt gab es allerdings: 5,50 Euro für eine Flasche Wasser sind bei den hochsommerlichen Temperaturen aus meiner Sicht eindeutig zu teuer.
Musikalisch eröffnete The Howlers den Abend. Die Band lieferte einen soliden Auftritt ab, konnte aber noch keine ganz großen Akzente setzen. Nach einer angenehm kurzen Umbaupause war es schließlich so weit.
Mit Highway Star legten Deep Purple einen fulminanten Start hin. Trotz der drückenden Hitze wirkte die Band erstaunlich frisch und voller Energie. Besonders Gitarrist Simon McBride scheint der Band neues Leben eingehaucht zu haben. Seine Spielfreude und die Dynamik innerhalb der Band waren während des gesamten Konzerts deutlich zu spüren.
Natürlich merkt man Ian Gillan sein Alter inzwischen an. Doch was der über 80-jährige Sänger immer noch auf die Bühne bringt, verdient höchsten Respekt. Seine Ausstrahlung und Präsenz sind nach wie vor beeindruckend.
Bei der Setlist werden die Meinungen wie immer auseinandergehen. Deep Purple präsentierten neben Klassikern auch zahlreiche Songs aus ihrer neueren Schaffensphase, darunter Diablo, Arrogant Boy, Lazy Sod, A Bit On The Side und Rapture of the Deep. Wer ausschließlich die größten Hits erwartet hatte, musste sich auf eine ausgewogene Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart einlassen.
Gerade das macht Deep Purple aber seit Jahrzehnten aus. Die Band blickt nicht nur zurück, sondern lebt ihre Musik bis heute. Und bei einer Karriere mit unzähligen Klassikern ist es schlicht unmöglich, alle Fanwünsche in einem Konzert zu erfüllen.
Zu den emotionalen Höhepunkten des Abends gehörten für mich When A Blind Man Cries und das energiegeladene Space Truckin. Ehe man sich versah, war das reguläre Set bereits vorbei.
Natürlich ließ das Publikum die Band nicht ohne Zugabe ziehen. Tausende Fans forderten Deep Purple lautstark zurück auf die Bühne. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Mit dem Instrumental Guinnesis, gefolgt von Hush und dem unsterblichen Black Night, verabschiedete sich die Band in die warme Sommernacht von Ulm.
Nach Konzertende warteten Hunderte Besucher auf die Shuttlebusse. In diesem Moment war ich besonders dankbar, den Behindertenparkplatz nutzen zu dürfen.
Mein persönliches Fazit: Deep Purple beweisen auch nach mehr als fünf Jahrzehnten eindrucksvoll, warum sie zu den größten Rockbands aller Zeiten gehören. Trotz Hitze, trotz des Alters einzelner Musiker und trotz einer Setlist, über die man diskutieren kann, lieferten sie einen Abend voller Spielfreude, Klasse und musikalischer Qualität.
Ein herzliches Dankeschön geht an Ingo fürs Fahren und an meine wundervolle Daniela, die mich den ganzen Tag begleitet und unterstützt hat. Ohne dich wäre dieser Konzertabend so nicht möglich gewesen.
Deep Purple leben – und live sind sie auch 2026 noch immer eine Klasse für sich.
ARTIKEL & FOTOS @ TOBIAS VOGEL













