Mötley Crüe stehen seit Jahren wegen des Einsatzes von Backing Tracks in der Kritik. Jetzt hat Bassist Nikki Sixx in einer Fragerunde auf X erneut Stellung bezogen und die Arbeitsweise der Band verteidigt.
Auf die Frage, warum Mötley Crüe Backing Tracks verwenden, erklärte Sixx, dass die Band bereits seit den späten 1980er Jahren zusätzliche Elemente wie Orchester, Saxophone oder andere Studioarrangements einsetzt, die live mit den vorhandenen Musikern nicht reproduzierbar seien.
„Wir spielen zu 100 Prozent live. Die zusätzlichen Elemente helfen uns lediglich dabei, den Studiosound auf die Bühne zu bringen. Das ist für die Fans und für uns eine Win-win-Situation.“
Als ein weiterer Fan fragte, warum die Band nicht komplett live spiele, antwortete Sixx knapp:
„Das tun wir. Man hat dich angelogen.“
Die Diskussion ist jedoch längst nicht beendet. Wie die zahlreichen Kommentare unter dem Beitrag zeigen, bleibt die Fangemeinde gespalten.
Einige Fans unterstützen Sixx und weisen darauf hin, dass heute nahezu alle großen Produktionen Backing Tracks für Chöre, Keyboards oder orchestrale Passagen einsetzen. Andere verweisen darauf, dass Bands wie Queen, KISS, Iron Maiden oder Whitesnake ebenfalls zusätzliche Audiospuren verwenden, ohne deshalb auf Live-Performance zu verzichten.
Auf der anderen Seite gibt es deutliche Kritik. Einige Fans sehen den Einsatz von Backing Tracks grundsätzlich skeptisch und wünschen sich wieder vollständig analoge Live-Shows. Besonders Vince Neil steht erneut im Fokus der Diskussion. Mehrere Konzertbesucher berichten, dass Gitarrist John 5 und die Backgroundsänger live deutlich stärker wahrnehmbar gewesen seien als der Frontmann.
Zusätzliche Brisanz erhielt das Thema bereits 2023 durch die Klage des ehemaligen Gitarristen Mick Mars, der behauptete, die Band nutze deutlich mehr voraufgezeichnetes Material als öffentlich eingeräumt werde. Mötley Crüe haben diese Vorwürfe stets entschieden zurückgewiesen.
Die aktuelle Debatte zeigt einmal mehr, wie unterschiedlich Fans den Einsatz moderner Technik bewerten. Während die einen darin ein sinnvolles Hilfsmittel sehen, um den Studiosound möglichst originalgetreu auf die Bühne zu bringen, erwarten andere eine komplett unverfälschte Live-Performance – auch wenn diese weniger perfekt klingt.