Band: VOLTRAID
Album: Dreams N Demons
Genre: Hard Rock / Heavy Metal
Land: Deutschland
Herkunft: Ingolstadt
Songs: 10
Live: 18. September 2026 – Ingolstadt
Bewertung: 10/10
REVIEW
Es ist Sonntagabend. Nach 15 geschriebenen Artikeln und Reviews war für mich eigentlich klar: Das reicht für heute. Feierabend.
Doch dann erreichte mich eine nette und vor allem persönliche Mail der Ingolstädter Hard-Rock-Band VOLTRAID.
Und genau das macht für mich einen Unterschied. Viele Bands schicken heute einfach einen Spotify-Link und hoffen darauf, dass daraus irgendwie ein großer Artikel oder ein ausführliches Review entsteht. VOLTRAID nahmen sich die Zeit, sich und ihr neues Album „Dreams N Demons“ persönlich vorzustellen.
Also noch einmal die Kopfhörer aufgesetzt und den Regler auf 11 gedreht.
Zum Glück.
Denn was anschließend aus meinen Kopfhörern kam, ließ mein altes Hard-Rock-Herz ziemlich schnell höherschlagen.
HARD ROCK, DER NOCH NACH HARD ROCK KLINGT
In einer Zeit, in der mir viel zu viele Gitarrenproduktionen beinahe austauschbar erscheinen und manches so glatt produziert wird, dass man kaum noch erkennt, wer eigentlich hinter dem Instrument steht, machen VOLTRAID etwas, das erschreckend einfach klingt:
Sie spielen Rock.
Dreckigen, groovenden, ehrlichen Hard Rock.
Dieser alte Straßenköter-Sound der Siebziger und frühen Achtziger ist auf „Dreams N Demons“ überall zu spüren. Hier wird nicht darum gekämpft, wer die meisten Effekte in einen Song packen kann. Es geht um Riffs, Groove, Melodie und vor allem um eines: Feeling.
Und davon hat dieses Album verdammt viel.
Zehn Rocker stehen auf der Platte, und schon nach kurzer Zeit hatte ich dieses Gefühl, das gute Rockmusik bei mir auslösen muss: zurücklehnen, Anlage aufdrehen und einfach genießen.
Keine unnötigen Verrenkungen. Kein Versuch, unbedingt modern klingen zu müssen. VOLTRAID vertrauen auf Songs und auf einen Sound, der einmal das Fundament einer ganzen Rockgeneration gebildet hat.
FLO JUNG IST EINER DER TRUEMPFE DES ALBUMS
Besonders herausragend ist für mich neben der gesamten Band Frontmann Flo Jung.
Seine Stimme besitzt ein Timbre, das mich immer wieder an Head East erinnert. Nicht als Kopie, sondern durch diese besondere Färbung und dieses klassische Rockgefühl, das perfekt zu den Songs von VOLTRAID passt.
Aber ich möchte nicht schon wieder ein Review schreiben, in dem eine Band lediglich über Vergleiche definiert wird.
Deshalb machen wir es diesmal anders.
Wir nehmen einen großen Blender.
Da werfen wir etwas Head East hinein. Dazu die frühen AC/DC, eine ordentliche Portion frühe ZZ Top, etwas Saxon und als Dessert noch ein bisschen Railway.
Deckel drauf.
Regler auf 11.
Einmal kräftig durchmixen.
Was kommt dabei heraus?
VOLTRAID.
Natürlich besitzt die Band ihre eigene Handschrift. Aber wer mit diesen Namen groß geworden ist oder diesen klassischen Hard-Rock-Sound liebt, dürfte ziemlich schnell verstehen, warum mir „Dreams N Demons“ so viel Spaß macht.
BRAUCHT MAN DIESEN SOUND 2026 NOCH?
Jetzt werden vielleicht einige jüngere Redakteure fragen:
Braucht es 2026 wirklich noch diesen vermeintlich altbackenen Sound?
Meine Antwort darauf könnte kaum eindeutiger sein:
JA!
Gott sei Dank gibt es Bands wie VOLTRAID noch.
Denn zeitgemäß zu sein bedeutet für mich nicht, dass jede Gitarre gleich klingen muss und jede Produktion auf maximale Perfektion poliert wird. Hard Rock darf Ecken haben. Er darf dreckig sein. Er darf nach Proberaum, Bühne und aufgerissenen Verstärkern klingen.
Vor allem aber muss er leben.
Und „Dreams N Demons“ lebt.
Das Album versucht nicht, die Siebziger oder Achtziger künstlich nachzustellen. Vielmehr hört man vier Musiker, die offensichtlich verstanden haben, warum dieser Sound damals funktioniert hat – und warum er auch 2026 noch funktioniert.
TRACKLIST
- Fight Your Head
- Whats Wrong
- Eye of the Storm
- Master of Revenge
- CQD
- Turn It On
- Dont Waste My Time
- Rock Me Out
- Good Guys in Bad Lands
- Back in the Air
LINE-UP
Flo Jung – Lead Vocals & Rhythm Guitar
Frontmann und Gründer von VOLTRAID.
Benedikt Weber – Lead Guitar
Verantwortlich für die Leadgitarre und die entsprechende Portion Verzerrung.
Michael Handschuh – Bass Guitar
Bildet gemeinsam mit den Drums das druckvolle Fundament der Band.
Bernd Schleibinger – Drums
Der zweite Teil der Rhythmusmaschine und verantwortlich für Groove und Druck.
VOLTRAID stehen bereits seit 2010 für ihren eigenen Mix aus Hard Rock und Heavy Metal.
FAZIT
Vielleicht hätte ich heute Abend tatsächlich nach 15 Artikeln einfach den Rechner ausschalten sollen.
Dann hätte ich allerdings „Dreams N Demons“ verpasst.
Und das wäre verdammt schade gewesen.
VOLTRAID liefern mit diesen zehn Songs genau jene Art von Hard Rock, die mich überhaupt erst dazu gebracht hat, diese Musik zu lieben. Gitarren dürfen noch Gitarren sein, der Groove steht im Mittelpunkt und mit Flo Jung sitzt vorne eine Stimme, die perfekt zu diesem Sound passt.
Ist das revolutionär?
Nein.
Muss guter Hard Rock revolutionär sein? Ebenfalls nein.
Er muss dich packen.
Er muss dich dazu bringen, den Regler weiter nach rechts zu drehen.
Und er muss dieses verdammte Gefühl erzeugen, wegen dem wir seit Jahrzehnten Rockmusik hören.
„Dreams N Demons“ hat bei mir genau das geschafft.
Deshalb gibt es diesmal auch keine Diskussion um einen halben Punkt mehr oder weniger.
METALHEADS WORLD WERTUNG: 10/10
Old School im Herzen. Druck auf den Boxen. Und verdammt viel Rock N Roll in den Adern.

