Es ist ein Thema, das viele Bands, Künstler, kleine Labels und unabhängige Händler betrifft: Der grenzüberschreitende Verkauf von Merchandise wird durch unterschiedliche Vorgaben rund um Verpackungen und die sogenannte Extended Producer Responsibility, kurz EPR, zunehmend komplex.
Nun ziehen AXXIS Konsequenzen.
Die deutsche Hard-Rock-Band hat ihre Fans darüber informiert, dass Merchandise aus dem eigenen Online-Shop ab sofort nur noch an Adressen innerhalb Deutschlands verschickt werden soll.
Als Grund nennt die Band neue beziehungsweise verschärfte europäische Regelungen rund um Verpackungen und die erweiterte Herstellerverantwortung.
BERNHARD WEISS: „WIR STELLEN DEN HANDEL MIT UNSEREM MERCHANDISING INS AUSLAND EIN“
AXXIS-Frontmann Bernhard Weiß macht aus seinem Ärger über die Situation keinen Hehl. In seinem persönlichen Statement schreibt er:
„Wir versenden ab sofort nur noch innerhalb Deutschlands und stellen den Handel mit unserem Merchandising ins Ausland ein.“
Für eine Band wie AXXIS bedeutet diese Entscheidung letztlich auch, dass Fans außerhalb Deutschlands nicht mehr auf dem bisherigen direkten Weg bei der Band bestellen können.
Gerade für unabhängige Bands kann Merchandise jedoch ein wichtiger Bestandteil ihrer direkten Beziehung zu den Fans sein. CDs, Vinyl, Shirts und andere Artikel werden häufig ohne große Handelsstrukturen direkt über die eigenen Shops verkauft.
Auf ihrer offiziellen Merchandising-Seite beschreibt AXXIS den Shop ausdrücklich als Möglichkeit, exklusive Artikel direkt von der Band zu beziehen.
EIN PROBLEM, DAS WEIT ÜBER AXXIS HINAUSGEHT
Genau deshalb ist die Entscheidung von AXXIS mehr als eine gewöhnliche Shop-Meldung.
Die Diskussion betrifft grundsätzlich kleinere Unternehmen und Kulturschaffende, die Waren grenzüberschreitend verschicken. Was für große Handelsunternehmen mit eigenen Rechts-, Logistik- und Compliance-Abteilungen organisatorisch lösbar sein mag, kann für eine Band, einen kleinen Shop oder ein unabhängiges Label einen erheblichen zusätzlichen Aufwand darstellen.
AXXIS sehen die Regelungen deshalb als kontraproduktiv für Bands, Kultur und Kleinunternehmer.
Wichtig ist dabei: Es handelt sich nicht um ein generelles EU-Verbot, Band-Merchandise ins Ausland zu verkaufen. AXXIS haben vielmehr selbst entschieden, den Auslandsversand angesichts des regulatorischen und administrativen Aufwands einzustellen.
AXXIS RUFEN FANS ZUM FEEDBACK AUF
Bernhard Weiß möchte die Entscheidung deshalb nicht einfach kommentarlos hinnehmen. Er verweist auf das offizielle „Have Your Say“-Portal der Europäischen Kommission, über das Bürger und Betroffene Rückmeldungen zu politischen Initiativen geben können.
EU-Kommission – Feedback zu den Verpackungsregeln und Herstellerregistern
Weitere Informationen zur Entscheidung und zum Merchandising gibt es direkt bei AXXIS:
AXXIS – offizielle Merchandising-Seite
Der Fall AXXIS zeigt damit ein Problem, über das innerhalb der Musikszene vermutlich noch deutlich häufiger gesprochen werden dürfte. Denn wenn kleine Bands den internationalen Direktverkauf aufgeben, verlieren am Ende nicht nur die Musiker eine Einnahmequelle – auch Fans verlieren eine der unmittelbarsten Möglichkeiten, ihre Bands direkt zu unterstützen.
