ERST VOR WENIGEN TAGEN BAT CHRIS HOLMES SEINE FANS NOCH EINMAL UM UNTERSTÜTZUNG FÜR SEINE KREBSBEHANDLUNG. NUN KOMMT DIE ERLÖSENDE NACHRICHT VON SEINER FRAU CATHERINE: DAS ANGEPEILTE SPENDENZIEL IST ERREICHT. DAMIT KANN SICH DER EHEMALIGE W.A.S.P.-GITARRIST VOLL AUF SEINE BEHANDLUNG KONZENTRIEREN – UND AUF SEINE ERHOFFTE RÜCKKEHR AUF DIE BÜHNE 2027.
Das ist eine Nachricht, die zeigt, was die internationale Metal-Gemeinschaft bewegen kann.
Der ehemalige W.A.S.P.-Gitarrist Chris Holmes kämpft derzeit gegen Prostatakrebs. Weil ein erheblicher Teil der Behandlungskosten in Frankreich nicht von seiner aktuellen Absicherung übernommen wird und Holmes während der Therapie nicht touren und damit arbeiten kann, hatten er und seine Frau Catherine Savean Holmes eine GoFundMe-Kampagne gestartet. Das ursprüngliche Ziel lag bei 50.000 Euro.
Nun teilt Catherine mit: Das Ziel wurde erreicht.
In ihrer aktuellen Botschaft bedankt sie sich emotional bei allen, die gespendet, die Kampagne geteilt oder Chris und die Familie mit Nachrichten unterstützt haben.
Durch die Hilfe könne man sich nun stärker auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Chris‘ Behandlung und seine Genesung.
Hoffnung auf die Rückkehr 2027
Besonders schön für die Fans ist ein Satz in Catherines Mitteilung: Die Unterstützung soll dazu beitragen, dass Holmes seine Behandlung fortsetzen kann und 2027 wieder zu seinen Fans zurückkehren kann, um erneut Musik zu machen und die persönliche Verbindung zu seinem Publikum zu genießen.
Das ist natürlich noch keine bestätigte Tourankündigung. Angesichts seiner laufenden Behandlung wäre es falsch, bereits konkrete Konzerte daraus abzuleiten.
Aber es ist ein Ziel.
Und offenbar eines, das Chris Holmes selbst unbedingt erreichen möchte.
Erst wenige Tage zuvor hatte der heute 68-Jährige in einer Videobotschaft offen über die Härte seiner Behandlung gesprochen. Dabei berichtete er, dass insbesondere die zurückliegenden Wochen gesundheitlich extrem schwierig gewesen seien. Gleichzeitig machte Holmes deutlich, wie viel ihm die Unterstützung seiner Fans bedeutet.
Spendenaktion bleibt vorerst geöffnet
Obwohl das ursprüngliche Ziel erreicht wurde, soll die Spendenaktion nach Angaben von Catherine bis zum 15. September geöffnet bleiben.
Der Grund ist bemerkenswert: Mehrere Fans hätten sich gemeldet und erklärt, dass sie trotzdem noch etwas beitragen möchten – selbst wenn es nur ein kleiner Betrag sei. Für manche sei es eine Möglichkeit, Chris etwas für das zurückzugeben, was seine Musik ihnen über Jahrzehnte gegeben habe.
Catherine schreibt, dass sie von dieser Reaktion tief bewegt sei. Mit einer derartigen Welle aus Unterstützung, Spenden und persönlichen Nachrichten hätten Chris und sie nicht gerechnet.
Dabei gehe es keineswegs nur ums Geld. Die Anteilnahme habe ihnen auch mental geholfen und gleichzeitig die enorme finanzielle Belastung reduziert, die durch die Behandlung entstanden ist.
Ein schwieriger Kampf
Holmes‘ aktuelle Erkrankung ist nicht sein erster Kampf gegen Krebs.
Bereits 2022 wurde bei ihm Kehlkopf- und Halskrebs diagnostiziert. Nach der Behandlung konnte er damals schließlich bekanntgeben, krebsfrei zu sein. 2026 folgte dann die Diagnose Prostatakrebs.
Nach Angaben seiner Frau musste Holmes in Frankreich zunächst mehrere Monate auf die notwendige Versorgung warten. Aufgrund eines administrativen Problems im Zusammenhang mit seiner Krankenversicherung wurde lediglich ein Teil der Behandlung abgedeckt. Kosten unter anderem für Hormontherapie, Untersuchungen, Biopsien, Bluttests und Fahrten zum Krankenhaus mussten selbst getragen werden. Bereits zu Beginn der Kampagne sprach die Familie von rund 20.000 Euro medizinischen Schulden.
Hinzu kommt: Holmes muss für seine Behandlung in Frankreich bleiben und kann deshalb derzeit nicht auf Tour gehen – womit eine wesentliche Einnahmequelle wegfällt.
Auch Blackie Lawless rief zur Unterstützung auf
Bemerkenswert war in den vergangenen Wochen auch die Reaktion aus dem W.A.S.P.-Lager.
Blackie Lawless wandte sich öffentlich an die Fans und rief dazu auf, Holmes in seinem Kampf zu unterstützen. Dabei bezeichnete er seinen früheren Bandkollegen als „Brother and originator“ und bat die W.A.S.P.-Gemeinschaft, ihm finanziell oder zumindest mit aufmunternden Worten zur Seite zu stehen.
Für langjährige W.A.S.P.-Fans hatte diese Geste besonderes Gewicht. Holmes gehörte zu jener Besetzung, die den unverwechselbaren frühen Sound und das Image der Band entscheidend mitprägte.
Seine Gitarre ist auf Klassikern wie „W.A.S.P.“, „The Last Command“, „Inside The Electric Circus“ und „The Headless Children“ zu hören. Nach einer längeren Unterbrechung kehrte er in den Neunzigern noch einmal zu W.A.S.P. zurück, bevor sich die Wege 2001 endgültig trennten.
Und Chris hat seinen Fans etwas versprochen …
Bei all der Ernsthaftigkeit hat sich Holmes offenbar eines bewahrt: seinen direkten Draht zu den Menschen, die seine Musik lieben.
In seiner Videobotschaft versprach er denjenigen, die ihn unterstützt haben, bei zukünftigen Begegnungen eine ziemlich handfeste Form des Dankes: eine verdammt große Umarmung.
Catherine erinnert in ihrer neuen Nachricht ausdrücklich an dieses Versprechen.
Wenn alles gut geht und Chris 2027 tatsächlich wieder auf einer Bühne stehen kann, dürfte er also einiges zu tun bekommen.
Denn diese Spendenaktion hat eindrucksvoll gezeigt, wie viele Menschen den „Mean Man“ noch immer im Herzen tragen.
Das wichtigste Ziel ist jetzt allerdings nicht die nächste Bühne, die nächste Tour oder das nächste Gitarrensolo.
Werd gesund, Chris. Der Metal kann warten.
