DOWN gehen für ihr kommendes Studioalbum „Volume V“ bewusst zurück zu einer Arbeitsweise, die bereits ihr legendäres Debüt „NOLA“ geprägt hat. Das neue Album erscheint am 20. November 2026 über Nuclear Blast Records. Gitarrist Pepper Keenan hat nun ausführlicher erklärt, warum die Band bei der Produktion auf Direktheit statt auf einen mit Overdubs überladenen Sound gesetzt hat.
Im Gespräch mit Journalist Michael Christopher für Vanyaland machte Keenan deutlich: DOWN wollten sich nicht neu erfinden. Im Gegenteil – entscheidend war, wieder jene unmittelbare Atmosphäre einzufangen, die entsteht, wenn diese Musiker gemeinsam in einem Raum an Songs arbeiten.
Eine Gitarre links, eine rechts
Bei den Gitarren wurde das Prinzip besonders konsequent umgesetzt. Pepper Keenan und Kirk Windstein nahmen jeweils eine Gitarrenspur auf, die im Stereobild getrennt positioniert wurde. Keenan verglich die grundsätzliche Produktionsidee mit AC/DCs „Back In Black“ – nicht weil die Musik vergleichbar wäre, sondern wegen der reduzierten und direkten Herangehensweise.
Statt zahlloser zusätzlicher Spuren konzentrierte sich die Band auf Songwriting und Arrangements.
Keenan bringt den Ansatz auf den Punkt:
„We really focused on the songwriting and arrangements.“
Die Produktion sei geradliniger geworden, ohne dass dies zwangsläufig auch für die Kompositionen selbst gelte.
DOWN funktionieren noch immer wie früher
Interessant ist auch Keenans Beschreibung der internen Dynamik. Trotz jahrzehntelanger Karrieren scheint die gemeinsame Arbeit für DOWN noch immer erstaunlich ungezwungen zu funktionieren.
Die Band setzt sich zusammen, spielt und entwickelt gemeinsam Ideen – ohne sich durch die Bedeutung des Namens DOWN unnötigen Druck aufzuerlegen.
Das hat natürlich viel mit der gemeinsamen Vergangenheit der Musiker zu tun. Phil Anselmo, Pepper Keenan, Kirk Windstein und Jimmy Bower stammen aus derselben New-Orleans-Szene und machten parallel mit PANTERA, CORROSION OF CONFORMITY, CROWBAR beziehungsweise EYEHATEGOD Karriere. Pat Bruders kam 2011 als Bassist zu DOWN.
Gerade diese gemeinsame Geschichte betrachtet Keenan als einen entscheidenden Bestandteil der Bandchemie.
Ein Großteil des Albums entstand gemeinsam
Der überwiegende Teil von „Volume V“ entwickelte sich während zweier Songwriting-Sessions in Phil Anselmos Nodferatu’s Lair.
2025 arbeiteten die fünf Musiker dort direkt miteinander an neuem Material. Keenan und Windstein nahmen ihre Gitarren ebenfalls gleichzeitig auf, statt ihre Parts unabhängig voneinander einzuspielen.
Phil Anselmo beschreibt die Atmosphäre während der Entstehung als ausgesprochen positiv. Es habe eine neue Frische und gleichzeitig einen stärkeren Fokus gegeben.
Auch Kirk Windstein zieht einen deutlichen Vergleich mit der Vergangenheit. Für ihn besitzt das neue Material eine ähnliche Energie wie „NOLA“ – allerdings mit der zusätzlichen Erfahrung, die die Musiker seitdem als Songwriter gesammelt haben.
King Diamond trifft Phil Anselmo
Eine der größten Überraschungen des Albums dürfte „Merciful Fate“ werden.
Auf dem zweiten Track ist King Diamond als Gast zu hören und teilt sich Gesangspassagen mit Phil Anselmo. Zusätzlich wirkt Livia Zita, King Diamonds Ehefrau, an dem Stück mit.
Damit bringt DOWN auf „Volume V“ zwei der markantesten Stimmen aus unterschiedlichen Bereichen des Heavy Metal zusammen.
Ozzy Osbournes Einfluss auf das Album
Auch Ozzy Osbourne hat Spuren auf dem Album hinterlassen.
Der neunte Titel trägt den Namen „Ozz“, während Phil Anselmo beim abschließenden „Twice-Told Tales“ ausdrücklich von einem Einfluss Osbournes gesprochen hat.
Anselmo beschreibt den Song musikalisch als Verbindung aus straffen Riffs, Blues Rock und klassischem Metal. Während der Entstehung habe er Ozzys Einfluss auf sich auf ungewöhnliche Weise wahrgenommen.
„Twice-Told Tales“ bildet den Abschluss des Albums.
„Blood Oath“ gibt den ersten Vorgeschmack
Mit „Blood Oath“ haben DOWN bereits den ersten Song aus „Volume V“ veröffentlicht.
Der Titel enthält laut Anselmo verschiedene Bezüge zu New Orleans. Musikalisch soll der Song zwar eine unerwartete Wendung besitzen, seine Herkunft aber keineswegs verleugnen.
Pepper Keenan formulierte es wesentlich drastischer: Man werde praktisch vom ersten Moment an erkennen, dass hier DOWN am Werk sind.
„Volume V“ – Tracklist
- The Myth
- Merciful Fate (feat. King Diamond)
- Turn Out The Light
- The Message
- Causeway Grief
- Blood Oath
- They Walk The Night
- They Came From Dust
- Ozz
- Twice-Told Tales
Produziert wurde „Volume V“ von Eddie Mapp gemeinsam mit DOWN. Für den Mix zeichnet Dave Fortman verantwortlich, während Maor Appelbaum das Mastering übernahm.
Das Album soll auf CD, digital und als Doppel-Vinyl in verschiedenen Farbvarianten erscheinen.
Zurück zu den Wurzeln, ohne „NOLA“ zu kopieren
Genau darin könnte die spannendste Erkenntnis über „Volume V“ liegen. Wenn Pepper Keenan von der „NOLA“-Herangehensweise spricht, bedeutet das nicht, dass DOWN versuchen, ihr Debüt drei Jahrzehnte später nachzubauen.
Es geht um die Methode.
Weniger Overdubs. Direktere Gitarren. Gemeinsam entwickelte Arrangements. Und fünf Musiker, die darauf vertrauen, dass ihr Zusammenspiel genügend Charakter besitzt, ohne im Studio künstlich aufgeblasen werden zu müssen.
„Volume V“ erscheint am 20. November 2026 über Nuclear Blast Records.
Nach allem, was DOWN bislang über die Entstehung verraten haben, könnte gerade der Verzicht auf unnötigen Studioballast dafür sorgen, dass dieses Album sehr unmittelbar klingt.
Und jetzt die Frage an die DOWN-Fraktion: Kann man die Magie von „NOLA“ überhaupt noch einmal einfangen – oder sollte „Volume V“ besser gar nicht versuchen, sich mit diesem Klassiker zu messen?
