Masters of the Metal Voice porträtiert Sängerinnen und Sänger, die seit mehr als 40 Jahren dem Hard Rock und Heavy Metal ihre Stimme geben. Stimmen mit Charakter, Wiedererkennungswert und einer Geschichte, die Generationen von Metalheads begleitet.
Den Auftakt unserer neuen Metalheads-World-Serie macht ein Sänger, der selbst gerade den perfekten Anlass dafür geliefert hat: Ralf Scheepers.
„Seit 46 Jahren singe ich in Bands“, schrieb der PRIMAL-FEAR-Frontmann dieser Tage in einem sehr persönlichen Statement. Eine bemerkenswerte Zahl – und eine Geschichte, die noch viel früher begann.
Scheepers erinnert sich daran, bereits als neunjähriger Junge bemerkt zu haben, dass da etwas Besonderes zwischen ihm und seiner Stimme passierte. Seine Mutter hatte täglich das Radio laufen, der junge Ralf sang mit, probierte Harmonien aus und entdeckte dabei etwas, das ihn emotional berührte. Mal sanft, mal aggressiv, hart oder melodisch – manches, so Scheepers, könne man gar nicht erklären.
Was damals vor dem Radio begann, wurde zu seinem Leben.
Ende der 1970er-Jahre begann Scheepers in Bands zu singen. In den 1980er-Jahren wurde er als Frontmann von TYRAN’ PACE einem größeren Metal-Publikum bekannt. Mit der Stuttgarter Band entstanden die Alben „Eye to Eye“ und „Long Live Metal“.
Ein weiterer entscheidender Abschnitt begann Ende der 1980er-Jahre mit GAMMA RAY. Scheepers gehörte zur frühen Besetzung der von Kai Hansen gegründeten Band und sang auf den ersten drei Studioalben: „Heading for Tomorrow“ (1990), „Sigh No More“ (1991) und „Insanity and Genius“ (1993). Songs wie „Heaven Can Wait“, „Space Eater“ oder „Last Before the Storm“ sind untrennbar mit dieser Phase seiner Karriere verbunden.
Nach seiner Zeit bei GAMMA RAY begann das Kapitel, mit dem sein Name bis heute besonders eng verbunden ist. Gemeinsam mit Mat Sinner gründete er PRIMAL FEAR. Das selbstbetitelte Debüt erschien 1998 und etablierte die Band schnell innerhalb der internationalen Heavy- und Power-Metal-Szene.
Seitdem ist Scheepers die Stimme von PRIMAL FEAR.
Sein Gesang besitzt dabei Eigenschaften, die für Masters of the Metal Voice entscheidend sind: Wiedererkennungswert, enorme Kraft und die Fähigkeit, zwischen melodischen Passagen und hohen, aggressiven Metal-Screams zu wechseln. Doch technische Fähigkeiten allein erklären keine Karriere, die sich inzwischen über mehr als vier Jahrzehnte erstreckt.
Scheepers selbst bringt den entscheidenden Faktor auf einen wesentlich einfacheren Nenner: Leidenschaft.
In seinem aktuellen Statement schreibt er, dass er weitermachen werde, bis er sterbe oder irgendwann nicht mehr die Kraft dazu habe. Gleichzeitig bedankt er sich bei den Menschen, die ihm über all die Jahre das Lächeln ins Gesicht und immer wieder diesen Adrenalinschub gegeben haben. Er verspricht ihnen, weiterhin alles dafür zu tun, sie nicht zu enttäuschen.
Nach 46 Jahren als Sänger klingt das nicht nach einem Mann, der lediglich auf seine Vergangenheit zurückblickt.
Es klingt nach jemandem, der noch immer genau das empfindet, was er bereits als neunjähriger Junge vor dem Radio gespürt hat.
Vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer guten Stimme und einem Master of the Metal Voice.
Ralf Scheepers – 46 Jahre Metal im Herzen und noch lange nicht bereit, das Mikrofon aus der Hand zu geben.
