Die vielleicht größte Hardrock-Überraschung des Jahres?
Was ist eigentlich los in der Rock’n’Roll-Welt? Fehlt es an wirklich frischen Ideen? Wird KI langsam übermächtig? Während überall Trends kommen und gehen, erleben wir plötzlich die Wiedergeburt längst vergessener Bands. Aber wie erklärt man sich bitte, dass eine Band, gegründet 1975, nach fast 50 Jahren Abstinenz plötzlich so einen verdammten Burner raushaut?
Ganz ehrlich: Ich fasse es nicht.
Schon nach den ersten Minuten hatte ich Gänsehaut und diese seltene Mischung aus Nostalgie, Spannung und echter Vorfreude darauf, was da noch auf mich zukommt.
Let’s go…
Mit „Rev Your Engines“ feuern TEAZE einen erdverbundenen, klassischen Hardrock-Brocken ab, der sich gewaschen hat. Keine künstlichen Spielereien, keine kalkulierte Moderne – hier regieren Herz, Groove und ehrlicher Rock’n’Roll.
Der Opener „Rev Your Engines“ baut sich treibend und druckvoll auf und entwickelt sofort diesen straighten Highway-Vibe. Was für ein Brett. Direkt, kraftvoll und ohne Umwege.
„Man On Vision“ beginnt fast akustisch, wächst aber schnell zu einem echten Stadion-Stamper mit Charakter und Biss heran. Genau diese Art von Songs fehlt heutzutage viel zu oft.
Mit „Turning The Night Away“ zeigen TEAZE ihre gefühlvollere Seite. Der Song startet sparsam, baut sich Stück für Stück auf und erinnert stellenweise tatsächlich an die großen Whitesnake-Momente der Achtziger. Intensiv, aber trotzdem leicht und luftig – dazu geschmackvolle kurze Soli. Ganz stark.
„Gotta Rock“ macht seinem Namen alle Ehre: shuffle-lastig, locker, stimmungsvoll und einfach auf den Punkt. Ein Song, der sofort gute Laune verbreitet und live garantiert funktionieren würde.
„Let Me Go“ stampft im Midtempo mit einem herrlich dreckigen Groove nach vorne. Dieses Honky-Tonk-Piano im Hintergrund verpasst dem Song eine wunderbar staubige Classic-Rock-Atmosphäre. Dirty and dusty – besser kann man es kaum machen.
Mit „We Are One“ liefern TEAZE eine Powerballade ab, wie sie sein muss: Druckvoll, emotional und mit sauber aufgebauter Dramaturgie. Einer meiner absoluten Lieblingssongs des Albums.
Und wenn man schon covert, dann bitte richtig:
„Man On The Silver Mountain“ wird respektvoll modernisiert, ohne den Geist des Originals zu zerstören. Ronnie James Dio hätte daran vermutlich seine Freude gehabt.
„Wonder“ bringt lockere, melodische Vibes mit ordentlich Biss – perfekter Soundtrack für nächtliche Cabriofahrten.
„Can’t Stop Lovin’ You“ versprüht pure positive Energie. Einfach, sonnig und verdammt eingängig.
„City Of Roses“ marschiert als wuchtiger Glam-/Sleaze-Rocker nach vorne – ein echter Spaßmacher mit fettem Groove.
Der Abschluss „Sweet Misery“ wird fast akustisch getragen und lebt vor allem von der extrem starken Vocal-Performance. Ein würdiger und emotionaler Schlusspunkt eines Albums, das mich komplett überrascht hat.
Fazit
Ihr Jungs von TEAZE seid der absolute Hammer.
Bitte mehr davon. Und bitte diesmal nicht wieder Jahrzehnte warten – das erlebe ich sonst nicht mehr.
„Rev Your Engines“ ist kein peinlicher Nostalgie-Aufguss alter Helden, sondern ein ehrliches, leidenschaftliches Hardrock-Album voller Spielfreude, Charakter und Seele. Genau so muss Classic Hardrock im Jahr 2026 klingen.
10 von 10 Punkten – Gold Medal Award
Eine Bewertung, die ich wirklich nur extrem selten vergebe.
Band:
Teaze
Album:
Rev Your Engines
Gegründet:
1975
Herkunft:
Kanada
Release Date:
22.05.2026
Labels:
Escape Music
Pride & Joy Music
Line-Up:
- Mark Bradac – Guitar & Vocals
- Brian Danter – Lead Vocals & Bass
- Charlie Lambrick – Guitars, Keys & Vocals
- Jim Boventre – Drums & Vocals
