Manchmal entstehen die besten Festivalerlebnisse ganz spontan. So fiel auch die Entscheidung, das Festival Holledau 2026 in Empfenbach kurzfristig zu besuchen – nicht zuletzt wegen mehrerer Bands, die perfekt in das Portfolio von Metalheads World passten.
Was 1983 in dem nur rund 300 Einwohner zählenden Ort nahe Mainburg im Landkreis Kelheim begann, hat sich in 43 Jahren zu einem festen Bestandteil der bayerischen Festivalszene entwickelt. Heute lockt das Festival rund 3.500 bis 4.000 Besucher an und verbindet hochkarätige Live-Musik mit einem besonderen Gedanken: Sämtliche Getränkeeinnahmen werden für wohltätige Zwecke gespendet.
Ebenso beeindruckend wie das Line-up war die Organisation. Zahlreiche freiwillige Helfer und Ehrenamtliche sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Lange Warteschlangen gab es weder an den Getränkeständen noch bei der großen Auswahl an Speisen. Ausgeschenkt wurde nachhaltig in den eigenen 0,5-Liter-Tonkrügen, die Preise blieben dabei erfreulich moderat. Auch das großzügige Campinggelände machte das Festival zu einem rundum gelungenen Erlebnis.
Eines steht für uns fest: Das Festival Holledau bekommt für 2027 einen festen Platz im Kalender.
Nirvana It – Authentische Hommage an Kurt Cobain
Den musikalischen Auftakt unseres Festivalbesuchs machten Nirvana It aus Venedig. Die italienische Tribute-Band überzeugte sowohl optisch als auch musikalisch mit einer beeindruckenden Nähe zum Original.
Nicht nur Stimme und Sound erinnerten an Nirvana – auch die exzentrische Bühnenpräsenz von Kurt Cobain wurde authentisch aufgegriffen. Zum Finale durfte natürlich auch das legendäre Zerstören einer Gitarre nicht fehlen. Ein besonderes Highlight für uns: Die demolierte Gitarre wurde anschließend als Geschenk überreicht.
Eclipse – Melodic Hard Rock auf höchstem Niveau
Um 22:30 Uhr standen mit Eclipse aus Stockholm alte Bekannte auf der Bühne. Die schwedischen Melodic-Hard-Rocker gehören seit Jahren zu den Bands, die bei uns einen festen Platz im Konzertkalender haben.
Frontmann Erik Mårtensson bewies einmal mehr, wie man eine Bühne für sich einnimmt. Mit seiner starken Stimme, großer Spielfreude und enormer Präsenz zog er das Publikum in seinen Bann. Unterstützt von seinen drei Bandkollegen präsentierte sich Eclipse als perfekt eingespielte Liveband.
Auch der aktuelle Tourplan zeigt, dass die Schweden keine weiten Wege scheuen, um ihre Fans rund um den Globus zu begeistern. In Empfenbach lieferten sie einmal mehr einen überzeugenden Auftritt ab und zählten für uns zu den absoluten Höhepunkten des Festivalfreitags.
Unlimited Culture bringen karibisches Flair nach Empfenbach
Der zweite Festivaltag begann für uns um 20 Uhr mit Unlimited Culture. Die fünfköpfige Formation hat sich dem Reggae verschrieben und sorgte von Beginn an für entspannte Sommerstimmung.
Zunächst fiel es gar nicht auf, doch dann kam der Aha-Moment: Der Sänger performte tatsächlich auf Bayerisch. Ein bayerischer Rastafari – außergewöhnlich, sympathisch und absolut authentisch.
Seine lockere Art übertrug sich schnell auf das Publikum. Vor der Bühne fanden sich zahlreiche Besucher mit Dreadlocks, die gemeinsam zu den entspannten Reggae-Rhythmen feierten. Bei den sommerlichen Temperaturen kam echtes Karibik-Feeling auf – Bob Marley hätte seine Freude daran gehabt.
Unlimited Culture eröffneten den zweiten Festivaltag mit jeder Menge positiver Energie und zeigten, dass das Festival Holledau auch musikalisch bewusst über den Rock- und Metal-Tellerrand hinausblickt.
Subway To Sally begeistern mit mittelalterlicher Klangvielfalt
Mit Subway To Sally kam anschließend die siebenköpfige Mittelalter-Rock-Band aus Potsdam auf die Bühne. Die Band war bereits früher zu Gast beim Festival und zeigte erneut, warum sie seit Jahrzehnten zu den festen Größen der deutschen Szene zählt.
Um ihren unverwechselbaren Sound zu erzeugen, kamen Instrumente wie Violine, Schalmei, Drehleier, Laute, Flöte, Sackpfeife und Dudelsack zum Einsatz. Frontmann Eric Fish führte charismatisch durch das Set, während die gesamte Band die große Bühne mit Spielfreude und Präsenz ausfüllte.
Eine starke Inszenierung und ein überzeugender Auftritt.
Moon Shot liefern den energiegeladenen Abschluss
Kurz nach Mitternacht gehörte die Bühne schließlich Moon Shot aus Helsinki. Besonders Sänger Ville Malja erwies sich als echter Wirbelwind. Kaum eine Position auf der Bühne blieb ungenutzt, während er mit unbändiger Energie das Publikum mitriss.
Doch Moon Shot überzeugten nicht nur durch ihre intensive Performance. Auch musikalisch präsentierte sich die Band druckvoll, abwechslungsreich und mit starken Gesangsleistungen.
Wer diesen energiegeladenen Live-Auftritt verpasst hat, bekommt bereits am 14. November 2026 im Backstage München auf der Thunderlust Tour 2026 die nächste Gelegenheit.
Fazit
Das Festival Holledau hat eindrucksvoll bewiesen, dass Leidenschaft, ehrenamtliches Engagement und ein abwechslungsreiches Line-up ein Festival zu etwas Besonderem machen können. Die familiäre Atmosphäre, die perfekte Organisation und die Mischung aus Benefizgedanken und hochklassiger Live-Musik machen dieses Event zu einem echten Geheimtipp.
Metalheads World kommt wieder – 2027 sind wir erneut dabei.
TEXT & FOTOS: VANESSA MUELLER




































