Bei MUNICIPAL WASTE nimmt das nächste Kapitel konkrete Formen an. Die Thrash-Metal-Truppe aus Richmond, Virginia, hat offenbar bereits einen Großteil ihres kommenden Studioalbums fertig geschrieben. Gitarrist Ryan Waste bestätigte in einem aktuellen Interview mit Gear4music, dass die Band praktisch genügend Material für eine komplette neue Platte zusammen hat.
„Wir arbeiten an einer neuen Platte. Im Grunde haben wir bereits ein Album geschrieben“, erklärt Ryan Waste. Nun gehe es darum, die Arbeiten abzuschließen. Als Veröffentlichungszeitraum nennt der Gitarrist 2027.
Nachfolger von „Electrified Brain“
Bei der Diskografie von MUNICIPAL WASTE ist an dieser Stelle eine wichtige Unterscheidung notwendig: Die jüngste Veröffentlichung der Band war zwar „Tango & Thrash“ aus dem Jahr 2024, dabei handelt es sich jedoch nicht um ein neues Studioalbum.
Ryan Waste stellte im Interview selbst klar, dass das Material von „Tango & Thrash“ ursprünglich aus dem Jahr 2002 stammt. Die frühe EP entstand noch vor dem 2003 veröffentlichten Debütalbum „Waste ’Em All“. 2024 wurde dieses alte Material neu aufgelegt und einem größeren Publikum zugänglich gemacht.
Das kommende Werk ist somit der tatsächliche Nachfolger des letzten regulären Studioalbums „Electrified Brain“ von 2022.
Mehr Dynamik und einige Überraschungen
Und offenbar wollen MUNICIPAL WASTE auf der neuen Platte nicht einfach nur das bewährte Rezept wiederholen. Auf die Frage, wie sich das kommende Material gegenüber „Electrified Brain“ entwickelt habe, kündigt Waste eine Steigerung an.
Die neuen Songs sollen dynamischer ausfallen und auch Elemente enthalten, die man von der Band möglicherweise nicht unbedingt erwartet. Keine Sorge für eingefleischte Waste-Maniacs: Der kompromisslose und direkte Thrash-Metal-Kern soll erhalten bleiben.
Mit anderen Worten: MUNICIPAL WASTE wollen ihre Formel erweitern, ohne ihre Identität dafür zu opfern.
Gemeinsam im Proberaum statt am Reißbrett
Auch beim Songwriting setzt die Band weiterhin auf eine ausgesprochen klassische Arbeitsweise. Ideen entstehen gemeinschaftlich im Proberaum. Ein Mitglied bringt beispielsweise ein oder mehrere Riffs mit, anschließend werden daraus zusammen mit der gesamten Band Songs entwickelt.
Besonders wichtig ist dabei Schlagzeuger Dave Witte, mit dem die Übergänge ausgearbeitet und die einzelnen Ideen miteinander verbunden werden.
Diesen organischen Ansatz übertragen MUNICIPAL WASTE auch ins Studio. Statt sämtliche Instrumente vollkommen isoliert voneinander aufzubauen, spielt die Band laut Waste gemeinsam mit dem Schlagzeug – ähnlich wie im Proberaum. Dabei verzichtet sie sogar auf einen Clicktrack.
Genau diese Herangehensweise dürfte ein Grund dafür sein, weshalb MUNICIPAL WASTE auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch diesen unmittelbaren, ungeschliffenen Thrash-Angriff transportieren.
MUNICIPAL WASTE bleiben auch live auf Angriffskurs
Bevor das neue Album erscheint, wartet auf die Band noch einiges an Live-Arbeit. Ende 2026 soll es gemeinsam mit TESTAMENT und IMMOLATION nach Südamerika gehen – eine Region, die MUNICIPAL WASTE laut Waste schon länger wieder besuchen wollten.
Daneben stehen in den USA Shows mit den Hardcore-/Punk-Veteranen CIRCLE JERKS auf dem Programm. Dass MUNICIPAL WASTE problemlos zwischen Punk- und Metal-Publikum wechseln können, gehört ohnehin seit ihren Anfangstagen zur DNA der Band.
Seit ihrer Gründung 2001 haben sich MUNICIPAL WASTE zu einer festen Größe des modernen Thrash Metal entwickelt. Alben wie „Hazardous Mutation“ und insbesondere „The Art Of Partying“ trugen entscheidend dazu bei, den neuen Thrash-Boom der 2000er-Jahre mitzuprägen.
Aktuell besteht die Band aus Tony Foresta am Gesang, Ryan Waste und Nick Poulos an den Gitarren, Philip „Landphil“ Hall am Bass sowie Dave Witte am Schlagzeug.
Nun steht die nächste Attacke bevor. Das neue MUNICIPAL-WASTE-Album ist weitgehend geschrieben, soll 2027 erscheinen und laut Ryan Waste einige unerwartete Facetten zeigen.
Die Richtung bleibt dennoch eindeutig: Thrash Metal, Vollgas und MUNICIPAL WASTE – nur diesmal offenbar mit ein paar zusätzlichen Überraschungen im Moshpit.
Quelle: Ryan Waste im Interview mit Gear4music / Blabbermouth
