Die schwedischen Melodic-Rocker Degreed bescheren uns mit ihrem mittlerweile achten Studioalbum Curtain Calls einen wilden Ritt auf der extrem scharfen Riffklinge.
DEGREED wurden von mir in den ersten Jahren ihres Bestehens tatsächlich übersehen. Ich kannte zwar die Alben und dachte mir immer: „Ganz nett“ – und das war es dann auch schon. Erst als ich die Jungs 2019 live auf der Bühne erleben konnte, kam plötzlich der Gedanke auf: „Upps… die können deutlich mehr, als sich nur nett anzuhören.“ Seitdem sind DEGREED fester Stammgast in meiner Playlist.
Die Besetzung ist seit den letzten Veröffentlichungen konstant geblieben: Robin Eriksson übernimmt Gesang und Bass, Daniel Johansson steht an der Gitarre, Mikael Blanc an den Keyboards und Mats Eriksson sitzt hinter den Drumsticks.
Der Gesang von Robin präsentiert sich wie gewohnt absolut souverän, während die Gitarren genau die richtige Portion Härte liefern, ohne dabei jemals zu übertreiben. Die Tastenabteilung zeigt sich äußerst flexibel und setzt immer wieder gekonnt Kontrastpunkte – mal mit typischen 80er-Keyboardsounds, mal mit warmen Hammond- und Orgelklängen der 70er-Jahre. Der Bass macht genau das, wofür er geschaffen wurde, und die Drums fungieren als energischer Antreiber.
Die Boys setzen auf Curtain Calls genau dort an, wo das letzte Album Public Address sowie die EP The Leftovers – Volume 1 aufgehört haben. Bedeutet im Klartext: kraftvoller Melodic Hard Rock Made in Scandinavia bläst einem aus den Boxen entgegen – zehn Songs wie aus einem Guss.
Wie man es von Musikern aus Skandinavien gewohnt ist, bringen DEGREED diese ganz besondere Handschrift mit, die man fast ausschließlich im skandinavischen Melodic Rock findet. Die Songs überzeugen ausnahmslos mit starken Melodien und eingängigen Refrains.
Vergleiche drängen sich dabei zu Bands wie Dream Police auf, wenn die Gitarren besonders trocken und riffbetont ausgeführt werden. Ebenso erinnern DEGREED immer wieder an Eclipse, Nordic Union, Treat, H.E.A.T oder Captain Black Beard. Wenn es moderner wird, schimmern sogar Einflüsse von Hinder und Nickelback durch. Sämtliche genannten Bands bewegen sich dabei auf ähnlich hohem Niveau im Bereich des modernen Melodic Rock.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es allerdings: Das Album bleibt deutlich unter der 40-Minuten-Marke. Ein oder zwei zusätzliche Songs und eine Spielzeit von über 45 Minuten hätten DEGREED sicherlich problemlos stemmen können.
Trackliste
- One Helluva Ride
- Holding On To Yesterday
- Believe
- Guiding Light
- My Blood
- Curtain Calls
- The Rambler
- Matter Of The Heart
- Broken Dreams
- Promise Me
Laufzeit: 38:54
Label: Frontiers Music s.r.l.
VÖ: 24.04.2026
Genre: Melodic Hard Rock
