In Europa noch im Underground, ist diese Band in Australien bereits „straight on the way to the top“. Wie soll man den Sound beschreiben? Roh, ungeschliffen, powervoll. In einem Satz: Wenn man Rose Tattoo, Airbourne und die Frühphase von AC/DC in einen Topf wirft, das Ganze mit eigenen Ideen, genialen Riffs und ruppigen Vocals abschmeckt, dann trifft das den Kern von AVALANCHE wohl am ehesten. Dieses Meisterwerk des modernen, mit klassischen Elementen gespickten Hard Rocks hat mich zwar etwas spät erreicht, aber noch rechtzeitig, um es in meine Liste der Jahresalben 2026 aufzunehmen.
Zur Geschichte dieses Werkes fasst Steven Campbell passend zusammen:
„Armed To The Teeth hat mehr als zwei Jahre gedauert, bis es Wirklichkeit wurde. Es ist buchstäblich unser Blut, Schweiß und Bier! Wir haben es zu 90 % live aufgenommen, mit so wenigen Overlays wie möglich – kein Schnitt, keine Effekte – nur dieser klassische Old-School-Pub-Rock-Sound: Herz zuerst, Verstärker lauter und nichts hält sich zurück!“
Allein das Eröffnungsriff des Titeltracks „Armed To The Teeth“ explodiert dermaßen, dass es einem förmlich die Schädeldecke lupft. Veronica Campbell schrieb diesen Killersong noch kurz vor ihrem 16. Geburtstag. Als der Track zur Begutachtung an Joel O’Keeffe geschickt wurde, zeigte sich der Airbourne-Frontmann komplett begeistert und adelte den Song mit der Bemerkung:
„Das ist mit das Beste, was ich in den letzten Jahren zu hören bekommen habe.“
Daraus resultierten schließlich auch Supportauftritte von AVALANCHE auf der aktuellen Airbourne-Tour.
Trotz der kantigen Ausrichtung zeigt das Album auch melodische Momente. „Down For The Count“ verbindet treibende Rhythmen mit eingängigen Hooks, während „Going For Broke“ den Bogen zwischen Tempo und Melodie gekonnt schlägt. Besonders auffällig ist „Dad I Joined A Rock N Roll Band“, das mit einem Augenzwinkern daherkommt und textlich Humor mit Selbstironie verbindet.
Die Leadgitarre von Veronica Campbell steht dabei massiv im Vordergrund. Perfekt platzierte Soli, knackig gespielt und ohne unnötige Langatmigkeit. Genau so muss moderner Hard Rock funktionieren.
Tracks wie „The Hand That Feeds“ oder „Ride Or Die“ folgen traditionellen Songstrukturen, setzen auf eingängige Refrains und punktgenaue Gitarrenarbeit. Die Intensität bleibt dabei konstant hochstehend – trotz, oder vielleicht gerade wegen des Umstands, dass man auf bekannte Zutaten zurückgreift.
„Open To Retaliation“ und „Blondie“ zeigen die Band von ihrer aggressiveren Seite, mit stampfendem Schlagzeug und riffgetriebenem Sound. Dabei bleibt das Ganze angenehm kompakt, was den Druck hoch und die Energie konstant hält.
Bei „Kick Your Heels Back“ und „Hell’s Getting Hotter With You“ sorgen rhythmische Variationen, dynamische Breaks und stimmige Gitarrensoli für den nötigen AHA-Effekt. „Bottle Of Sin“ schließt das reguläre Album schließlich mit einem etwas dunkleren Touch ab, der sich angenehm von den vorangegangenen Songs abhebt.
Die Produktion darf man insgesamt als sehr solide und angenehm urtümlich bewerten. Freunde des klassischen Hard Rocks kommen hier voll auf ihre Kosten. Rohe, energetische und druckgeladene Stimmung wird verbreitet – schnörkellos und ohne technische Gimmicks.
Bei einigen Songs hätte man der Aggressivität und Wildheit vielleicht noch etwas mehr Freilauf einräumen können, aber das ist letztlich Jammern auf hohem Niveau.
Für ein Debütalbum wirkt „Armed To The Teeth“ erstaunlich ausgereift, und es bleibt zu hoffen, dass diese Truppe bald eine Headliner-Tour durch Europa starten kann.
Tracklist
- On The Bags Again
- Armed To The Teeth
- Down For The Count
- Going For Broke
- Dad I Joined A Rock N Roll Band
- Hand That Feeds
- Ride Or Die
- Open To Retaliation
- Blondie
- Kick Your Heels Back
- Hell’s Getting Hotter With You
- Bottle Of Sin
- High Altitude (CD Bonus Track)
Bewertung: 9/10 Punkten
Band: Avalanche
Album: Armed To The Teeth
Land: Australia
Genre: Energetic Hard Rock
Release Date: 13.02.2026
Label: Selfrelease
Line-Up
- Veronica Campbell – Lead Guitar
- Steven Campbell – Bass & Vocals
- Bon Lowe – Drums
- Blake Poulton – Rhythm Guitar
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