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Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson hat in einem aktuellen Interview ungewöhnlich deutliche Worte über alternde Sänger und deren Vermächtnis gefunden.
Im Gespräch mit dem britischen Magazin Kerrang! erklärte Dickinson, dass für ihn die Fähigkeit, auf höchstem Niveau zu performen, untrennbar mit dem Status einer Legende verbunden sei.
„Es gibt viele Sänger, deren Stimmen kaputt sind, und jeder weiß das“, sagte Dickinson. Als ihm entgegengehalten wurde, dass diese Künstler trotzdem Legenden seien, reagierte der Iron-Maiden-Sänger unmissverständlich:
„Sie sind keine verdammten Legenden. Es sind Menschen, die nicht mehr singen können. Als sie noch singen konnten, waren sie Legenden. Wenn sie nicht mehr singen können, sind sie keine Legenden mehr.“
Für Dickinson gehört Ehrlichkeit gegenüber den Fans zum wichtigsten Grundsatz eines Musikers. Er könne sich nicht vorstellen, auf die Bühne zu gehen, wenn er nicht davon überzeugt sei, die bestmögliche Leistung abliefern zu können.
„Ich könnte nicht auf die Bühne gehen, wenn ich nicht glauben würde, dass ich es noch kann.“
Die Aussagen fielen im Zusammenhang mit dem Rückzug von Iron-Maiden-Schlagzeuger Nicko McBrain vom Tourleben. Dickinson betonte dabei, dass jeder Musiker irgendwann entscheiden müsse, wann der richtige Zeitpunkt gekommen sei, einen Schritt zurückzutreten.
Trotz seiner mittlerweile jahrzehntelangen Karriere sieht Dickinson dem Älterwerden gelassen entgegen. Zwar habe sich seine Stimme verändert, viele Höhen seien jedoch noch immer vorhanden. Iron Maiden spielen ihre Songs nach wie vor in den Originaltonarten.
Interessanterweise empfindet Dickinson seine Stimme heute in mancher Hinsicht sogar als ausdrucksstärker als in jungen Jahren.
„Die Stimme wird gelebter. Man kann mehr Emotionen transportieren.“
Neben Disziplin und Technik setzt Dickinson seit Jahren auf körperliche Fitness. Regelmäßiges Fechttraining, Krafttraining und eine bewusste Ernährung helfen ihm dabei, die enormen Anforderungen einer Iron-Maiden-Show zu bewältigen. Nach eigenen Angaben verliert er während eines Konzerts rund drei Liter Flüssigkeit.
Mit seinen Aussagen sorgt Dickinson einmal mehr für Diskussionen innerhalb der Rock- und Metal-Welt. Während viele Fans seine kompromisslose Haltung feiern, dürften andere die Aussage deutlich kritischer sehen.
Die Debatte bleibt spannend:
Hat Bruce Dickinson recht? Sollte ein Künstler aufhören, wenn die Stimme nicht mehr das frühere Niveau erreicht – oder zählt das Lebenswerk mehr als die aktuelle Performance?