Fast 40 Jahre sind vergangen, doch die Ereignisse vom 27. September 1986 begleiten Aidan Mullen bis heute. Der damalige Gitarrentechniker von James Hetfield hat im aktuellen Beardo & Weirdo Podcast ausführlich über den verheerenden Busunfall in Schweden gesprochen, bei dem METALLICA-Bassist Cliff Burton im Alter von nur 24 Jahren ums Leben kam.
METALLICA befanden sich damals auf der europäischen Etappe ihrer „Master of Puppets“-Tour. In den frühen Morgenstunden verunglückte der Tourbus in der Nähe des schwedischen Dörarp. Mullen schlief in einer Koje direkt über Burton. Beim Unfall wurden beide aus ihren Schlafplätzen geschleudert.
„ICH KONNTE NICHT ATMEN“
Mullen schildert, wie er nach dem Überschlag teilweise durch eine Fensteröffnung außerhalb des Busses landete. Burton lag über seinem Arm, während Gepäck und weitere Gegenstände aus dem Bus auf ihnen lagen.
Zunächst habe er kaum verstanden, was überhaupt passiert war. Er konnte sich nicht bewegen und bekam zunehmend Probleme zu atmen. Nach kurzer Zeit glaubte Mullen, dass er den Unfall nicht überleben würde.
Die Rettung kam durch den damaligen METALLICA-Produktionsmanager Bobby Schneider. Dieser bemerkte Mullens sich bewegende Beine zwischen den Trümmern und erkannte, dass er noch lebte. Schließlich gelang es, Mullen unter dem verunglückten Bus hervorzuholen. Er erlitt unter anderem gebrochene Zehen und Finger sowie eine ausgekugelte Schulter.
DIE LETZTE NACHT MIT CLIFF BURTON
Besonders bewegend sind Mullens Erinnerungen an Burton selbst. Er war zu diesem Zeitpunkt noch relativ neu in der METALLICA-Crew und hatte den Bassisten erst näher kennengelernt.
Ausgerechnet am Abend vor dem Unfall verbrachten die beiden mehr Zeit miteinander. Nach dem Konzert saßen sie mit einigen Einheimischen zusammen, tranken und hatten laut Mullen einen großartigen Abend. Es sollte seine letzte gemeinsame Nacht mit Cliff Burton werden.
Mullen überlebte und setzte seine Karriere im internationalen Tourgeschäft fort. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte arbeitete er unter anderem mit DEF LEPPARD, PHIL COLLINS, GUNS N’ ROSES, AEROSMITH, PETER FRAMPTON und weiteren großen Künstlern.
Doch die Ereignisse von 1986 hinterließen Spuren. Im Podcast spricht Mullen darüber, dass ihn körperliche Folgen und Angstreaktionen noch Jahrzehnte später begleiten – insbesondere in Situationen auf Tourbussen oder bei plötzlichen Bewegungen während Reisen.
Der neue Bericht von Aidan Mullen liefert damit eine seltene Perspektive auf einen der dunkelsten Tage der Metal-Geschichte: die Erinnerungen eines Mannes, der direkt neben Cliff Burton unter dem verunglückten Tourbus lag – und überlebte.