Gitarrenvirtuose Jason Becker hat in einem aktuellen Interview auf die Zeit zurückgeblickt, als er während der Aufnahmen zu David Lee Roths Album „A Little Ain’t Enough“ die Diagnose ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erhielt.
Becker berichtete, dass Ärzte ihm damals nach mehreren Untersuchungen lediglich zwei bis fünf Jahre Lebenserwartung prognostizierten. Zu diesem Zeitpunkt wusste er noch kaum etwas über die Krankheit.
Trotz der Diagnose arbeitete er weiter an dem Album, räumte jedoch ein, dass ihn die körperliche und mentale Belastung stark beeinträchtigte. Er bemerkte bereits damals den Muskelabbau in seiner linken Hand und litt unter zunehmenden Gleichgewichtsproblemen. Rückblickend bezeichnet er „A Little Ain’t Enough“ als ein sehr gutes Rockalbum, hätte sich aber gewünscht, musikalisch sein volles Potenzial ausschöpfen zu können.
Über die Zusammenarbeit mit David Lee Roth äußerte sich Becker ausschließlich positiv. Auch Matt Bissonette, Gregg Bissonette und Steve Hunter unterstützten ihn während dieser Zeit. Mit Steve Hunter verband ihn eine enge Freundschaft während der Aufnahmen.
Auf die Frage nach seinem heutigen Gesundheitszustand erklärte Becker, dass es ihm nach einer schweren Atemwegsinfektion im Frühjahr inzwischen wieder besser gehe. Atemprobleme würden bei ihm jedoch immer wieder Erinnerungen an frühere schwierige Zeiten auslösen.
Dennoch zieht der Gitarrist ein bemerkenswert positives Fazit:
„Mir geht es den Umständen entsprechend ziemlich gut – wenn man bedenkt, dass ich seit 37 Jahren mit ALS lebe.“
Jason Becker gilt bis heute als einer der einflussreichsten Gitarristen seiner Generation und engagiert sich weiterhin für Menschen mit ALS und anderen degenerativen Erkrankungen.