TEXT & FOTOS: IVY WOLFISBERG
Der bereits 78-jährige Vincent Damon Furnier, besser bekannt als ALICE COOPER, rief zum Konzert in Zürich-Stettbach und etwas mehr als 4’500 Rockfans folgten dem Ruf des Schockrockers. Doch bevor Alice Cooper die Bühne betrat, mussten wir einen für mich eher unverständlichen Opening Act über uns ergehen lassen …
The Hall öffnete um 18.30 Uhr ihre Pforten. Dass man sich in der Zeit von der Türöffnung bis zum musikalischen Start der Veranstaltung mit Konservenmusik begnügen muss, ist normal, gut und verständlich. Auch wenn viel von Alice Cooper abgespielt wurde. Aaaaber, warum Herrgottssiech nomole bucht der Veranstalter dann noch eine lokale DJane als Opener für den Slot um 20 Uhr? Hätten wir nicht genug lokale, junge Rockbands, denen man die Möglichkeit für ein kurzes Konzert vor grösserem Publikum hätte geben können? Nein, nochmals Konservenmusik, nicht einmal ab Vinyl runtergeleiert. Keine Stimmung kam auf, ausser bei ihren zehn Freunden im Publikum, keine Interaktion mit dem Rest in der Halle. Emotionslos und nicht wirklich ausgewählt in der Songauswahl lief der Set ab. Die junge Dame stand hinter ihrem Pult, drehte ab und zu an zwei Knöpfen an einem Kistchen, spielte die Musik zu leise und ohne jeglichen Partyeffekt ab Festplatte ab und checkte ab und an ihr Handy (!) auf der Bühne … „Fear of the Dark“ brach ab und brachte uns eher „Fear of the DJ“ … für mich einer der unterirdischsten Supportslot meiner Konzertbesuchshistorie. Wie damals vor einigen Jahren der unlustigste deutsche Komiker im Z7, auch im Vorprogramm von Cooper … für den Eintrittspreis von 90 Stutz hätte man uns entweder eine richtige Rockband im Vorprogramm gönnen können oder es ganz sein lassen und dafür das Konzert von Alice Cooper früher beginnen lassen können …
Endlich, um 21.10 Uhr kam er, der grosse Schockrocker aus den Staaten, Alice Cooper. Mit einer Band, die grosse Spielfreude versprühte und das Publikum gleich zu Beginn wieder aufweckte. Der Applaus und die Freude war riesig in The Hall! Das „House on Fire“! Ja, der Altmeister zeigte sich von seiner besten Seite. Erstaunlich, wie fit Alice Cooper auf der Bühne agierte und während den ganzen neunzig Minuten Konzertdauer überzeugte. Natürlich durften die grossen Hits nicht fehlen wie „Poison“, „Spark In The Dark“, „I’m Eighteen“, „School’s Out“ mit einem kurzen Ausflug zu Pink Floyd.
„No More Mister Nice Guy“ oder „Billion Dollar Babies“ mit dem Dollarregen wurden lautstark mitgesungen. Bei „Hey Stoopid“ wurde der Fotograf auf der Bühne „erstochen“ und bei „Feed my Frankenstein“ kam natürlich der übermässig grosse „Frankie“ auf die Bühne. Ja, die Show war grossartig, wie immer. Und auch in Zürich-Stettbach wurde Alice Cooper geköpft und „sein“ Haupt wurde genüsslich von seiner Tochter dem Publikum gezeigt.
Ja, unter anderem auf bringt Alice Cooper eine Gitarrenwand auf dieser Tour mit! Zwei Herren und mit Anna Cara eine blutjunge Dame solierten und rifften wie die Meister! Vorallem die junge Engländerin konnte in der Schweiz viele Punkte sammeln, da man sie ja schon von Marc Storace’s Soloband her kannte. Und mit Tommy Henriksen hatten wir ja noch einen „lokalen“ Gitarristen auf der Bühne. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Zürich.
Das Konzert von Alice Cooper war grossartig!







