Da ist es endlich. Das lange erwartete neue Album von MASTERPLAN.
Dass ich seit vielen Jahren Fan dieser Band bin, brauche ich vermutlich nicht extra zu erwähnen. Zweimal hatte ich bereits die Ehre, Roland Grapow zu interviewen, und auch Sänger Rick Altzi hatte ich schon vor dem Mikrofon. Umso größer war natürlich meine Hoffnung, dass Rick auch auf dem neuen Album wieder mit von der Partie sein würde. Und Gott sei Dank ist er es – und zwar mit voller Wucht.
Also hinein in die Schlacht und schauen wir uns „Metalmorphosis“ einmal genauer an.
Bereits der Opener „Chase The Light“, den wir vorab als Single hören konnten, startet genau so, wie ich mir MASTERPLAN vorstelle: episch, druckvoll und direkt auf die Zwölf. Die Mischung aus kraftvollen Riffs, starken Melodien und Rick Altzis markanter Stimme macht sofort klar, dass MASTERPLAN zurück sind.
Mit „Electric Nights“ folgt genau das, was mich schon immer an dieser Band fasziniert hat: Groove, Melodie und jede Menge Drive. Der Song besitzt diese typische MASTERPLAN-DNA, die sich sofort im Ohr festsetzt. Rick Altzi liefert dabei erneut eine hervorragende Gesangsleistung ab.
„Shadow Man“ präsentiert sich als starker Midtempo-Track mit leicht düsterer Atmosphäre und interessanten Gesangsarrangements. Der Song entwickelt sich mit jedem Hören weiter und zeigt die Vielseitigkeit der Band.
Auch „Bound To Fall“ bleibt zunächst im Midtempo-Bereich, überzeugt aber durch seine abwechslungsreiche Struktur und die hervorragende Produktion. Hier wird einmal mehr deutlich, wie viel Wert auf Details gelegt wurde.
Mit „Pain Of Yesterday“ folgt einer der ersten ganz großen Höhepunkte des Albums. Die zahlreichen Keyboardflächen verleihen dem Song eine epische Note. Besonders beeindruckend ist erneut Rick Altzi, der sich mühelos durch die massive Klangwand singt und selbst anspruchsvollste Gesangslinien souverän meistert.
Der Titeltrack „Metalmorphosis“ beginnt überraschend atmosphärisch und beinahe New-Wave-artig, bevor er sich zu einem progressiv angehauchten Monster entwickelt. Spätestens hier wird klar, dass MASTERPLAN nicht einfach nur ein neues Album veröffentlichen wollten. Hier wurde komponiert, arrangiert und gefeilt, bis alles perfekt saß.
Für diesen Song habe ich eigentlich nur ein Wort:
Weltklasse.
„Through The Storm“ ist der nächste Volltreffer. Der Song erinnert stellenweise an die Vergangenheit Roland Grapows, besitzt einen gewaltigen Refrain, starke Gitarrenarbeit und eine exzellente Rhythmussektion.
Dann folgt mein persönlicher Favorit des Albums: „Ghostlight“. Spätestens hier wird endgültig klar, dass MASTERPLAN eindrucksvoll zurückgekehrt sind. Der Song vereint alles, was diese Band seit jeher ausmacht: Melodie, Kraft, Atmosphäre und große Emotionen.
Mit „The Call“ wartet anschließend ein über acht Minuten langes Epos auf den Hörer. Der Song vereint sämtliche Stärken der Band und entwickelt sich zu einem der absoluten Höhepunkte des Albums. Rick Altzi singt sich hier regelrecht die Seele aus dem Leib. Ganz ehrlich: Dieser Mann könnte auch ein Telefonbuch vertonen und ich würde ihm begeistert zuhören.
Den Abschluss bildet „Rise Again“, ein melodischer Stampfer, der das Album mit Leidenschaft und Energie würdig beendet.
Ich hatte großes Vergnügen, diesem Album zu lauschen und dabei diese Zeilen zu schreiben. Und eines steht bereits jetzt fest: „Metalmorphosis“ wird noch viele Runden in meinem Player drehen und mein Metal-Herz erfreuen.
Fazit
MASTERPLAN melden sich nach langer Pause eindrucksvoll zurück. Roland Grapow und seine Mitstreiter liefern ein Album ab, das die klassischen Stärken der Band bewahrt und gleichzeitig frisch, kraftvoll und modern klingt. Hinzu kommt ein Rick Altzi in absoluter Topform, der zu den besten Power-Metal-Sängern unserer Zeit gehört.
Für mich bleibt nach dem letzten Ton nur eine Bewertung übrig:
10/10 Punkten
Ein superb produziertes, mitreißendes und emotionales Power-Metal-Album, das für mich keine Wünsche offenlässt.
