Die Vorbereitungen für die große Rückkehr von Rush laufen auf Hochtouren. Mit der angekündigten Fifty Something Tour kehren Geddy Lee und Alex Lifeson erstmals seit elf Jahren offiziell unter dem Namen Rush auf die Bühne zurück.
Die weltweite Tournee 2026/2027 startet ausgerechnet dort, wo die legendäre „R40“-Tour endete:
im Kia Forum in Los Angeles.
Doch die größte Aufmerksamkeit gilt aktuell der Person, die die wohl schwierigste Position im gesamten Progressive Rock übernimmt:
Die deutsche Schlagzeug-Virtuosin Anika Nilles tritt in die gigantischen Fußstapfen des verstorbenen Neil Peart.
Bekannt wurde Anika Nilles unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit Jeff Beck im Jahr 2022. Nun steht sie vor der Herausforderung, eines der technisch anspruchsvollsten Song-Kataloge der Rockgeschichte live umzusetzen.
In einem ausführlichen Interview mit Produzent und YouTube-Host Rick Beato sprachen Geddy Lee und Alex Lifeson nun offen über die enormen Anforderungen der Tourvorbereitungen.
38 SONGS – VIER VERSCHIEDENE SHOWS PRO STADT
Besonders ambitioniert:
Rush planen offenbar eine Rotation von insgesamt 38 bis 40 Songs, die über mehrere Shows pro Stadt verteilt werden sollen.
Geddy Lee erklärte, dass zwar nicht jedes Album vertreten sein werde, manche Platten aber bewusst stärker berücksichtigt würden. Gleichzeitig wolle man auch jüngeren Fans die Chance geben, Songs live zu erleben, die sie wegen des langen Tourstopps der Band nie live hören konnten.
„ANIKA MUSSTE ALLE DIESE SONGS LERNEN“
Alex Lifeson beschrieb den gewaltigen Unterschied zu früheren Rush-Tourneen. Während die Band in der Vergangenheit meist nur neues Material intensiv proben musste, beginne man diesmal praktisch komplett bei Null.
Vier Monate intensive Vorbereitung seien notwendig gewesen, um das aktuelle Line-up bühnentauglich zu machen.
Besonders die komplexen Taktwechsel, das anspruchsvolle Zusammenspiel und die riesige Anzahl an Songs machten die Situation außergewöhnlich schwierig.
Geddy Lee lobte dabei mehrfach den enormen Einsatz von Anika Nilles:
„Wir bringen einer unglaublich talentierten Schlagzeugerin aus einer völlig anderen musikalischen Schule bei, wie diese seltsame, eigenwillige Band funktioniert.“
Gleichzeitig betonte er, wie wichtig ihre frische Energie für die Band geworden sei.
KEIN ERSATZ FÜR NEIL PEART – SONDERN EINE NEUE ENERGIE
Ein besonders emotionaler Punkt:
Rush wollten laut eigener Aussage bewusst keinen Drummer aus einer anderen bekannten Band verpflichten.
Stattdessen habe man mit Anika Nilles jemanden gefunden, der nicht in Konkurrenz zu Neil Peart stehe, sondern der Musik eine neue Perspektive verleihe.
Geddy Lee machte außerdem deutlich, wie viel Mut es brauche, überhaupt diesen Platz einzunehmen:
„Manche Leute werden uns nie verzeihen, mit jemand anderem weiterzumachen.“
Gleichzeitig unterstrich er aber, dass Anika Neil Pearts musikalische Größe vollkommen respektiere und nichts an dessen Vermächtnis schmälern wolle.
EMOTIONALE RÜCKKEHR NACH DEM TOD VON NEIL PEART
Neil Peart war am 7. Januar 2020 nach einem langen privaten Kampf gegen Krebs verstorben. Die Nachricht erschütterte damals die gesamte Rock- und Metal-Welt.
Die kommende Tour soll deshalb nicht nur eine Reunion sein, sondern auch eine musikalische Feier des gigantischen Vermächtnisses von Rush und Neil Peart.
Bereits im März 2026 standen Rush erstmals wieder gemeinsam mit Anika Nilles bei den Juno Awards auf der Bühne und spielten „Finding My Way“ vom Debütalbum der Band.
EUROPA-TERMINE 2027
Auch Europa darf sich freuen:
Die Fifty Something Tour wird 2027 unter anderem folgende Städte besuchen:
- Paris
- Berlin
- Amsterdam
- München
- Köln
- Hamburg
- Stuttgart
- Glasgow
- Manchester
- London
- Krakau
- Mailand
- Basel
- Kopenhagen
- Oslo
- Stockholm
- Helsinki
Mit dabei ist außerdem Keyboarder Loren Gold.
Eines wird bereits jetzt deutlich:
Diese Tour wird weit mehr als nur eine nostalgische Reunion.
Sie könnte zu einem der emotionalsten und bedeutendsten Rock-Comebacks der letzten Jahrzehnte werden.