DER WOHL UMSTRITTENSTE DRUMMER DER METAL-GESCHICHTE
Es ist eines der ewigen Themen der Metal-Welt. Kaum fällt der Name Metallica, dauert es nicht lange, bis jemand gegen Lars Ulrich schießt.
„Grottenschlechter Drummer.“
„Overrated.“
„Kann live nicht spielen.“
„Jeder Dorfdrummer ist besser.“
Doch gleichzeitig passiert etwas völlig anderes:
Metallica füllen weltweit Fußballstadien.
Sie verkaufen Millionen von Alben.
Ihre Tourneen gehören zu den erfolgreichsten der Musikgeschichte.
Und selbst heute – über 40 Jahre nach Bandgründung – sind sie wahrscheinlich immer noch die größte Metal-Band der Welt.

Wie passt das zusammen?
Genau diese Frage beschäftigt mich schon lange. Und das Interessante daran: Ich bin nicht einmal der klassische Metallica-Fan. Meine Welt war immer eher traditioneller Heavy Metal, die New Wave of British Heavy Metal, Hard Rock der 70er und 80er. Priest, Maiden, Dio, Rainbow, Whitesnake, Saxon – das war eher meine Baustelle.
Metallica?
Die haben mich ehrlich gesagt erst mit dem legendären Metallica so richtig erreicht. Trotzdem wurde ich nie ein Hardcore-Fan, der jedes Demo oder jede B-Seite kennt.
Aber dann habe ich mir vor einiger Zeit bewusst das aktuelle Album 72 Seasons vorgenommen. Ohne Fanbrille. Ohne Nostalgie. Einfach als Musikliebhaber.
Und ich muss sagen:
Das Ding hat mich weggeblasen.
Nicht perfekt. Nicht revolutionär. Aber verdammt stark. Energiegeladen. Wuchtig. Ehrlich. Und vor allem: Es hat funktioniert.
Deshalb frage ich mich umso mehr:
Woher kommt dieser extreme Hass gegen Lars Ulrich eigentlich wirklich?
War das schon immer so?
Interessanterweise gelten die ersten drei Metallica-Alben bis heute als Meilensteine des Thrash Metal:
- Kill ‚Em All
- Ride the Lightning
- Master of Puppets
Und genau dort spielte Lars bereits Schlagzeug.
Die Band wurde gefeiert.
Der Mythos entstand.
Aber der massive Gegenwind scheint erst später richtig explodiert zu sein. Besonders ab dem Black Album.
War es der Erfolg?
Denn genau hier wurde Metallica plötzlich gigantisch. MTV. Radio. Mainstream. Stadionrock. Millionen neue Fans. Für viele Underground-Fans war das damals fast ein Verrat.
Und dann kam Jahre später noch die berühmte Napster-Affäre dazu. Lars Ulrich wurde plötzlich für viele zum „Feind der Fans“, weil Metallica massiv gegen illegales Filesharing vorgingen. Rückblickend war das vielleicht sogar visionär – aber damals schlug ihnen ein Sturm aus Hass entgegen.
Oder liegt es schlicht daran, dass Lars nie ein typischer Technik-Drummer war?
Denn wenn man ehrlich ist:
Niemand nennt ihn einen zweiten Neil Peart, Mike Portnoy oder Dave Lombardo. Lars war nie der klinisch perfekte Hochleistungsdrummer.
Aber vielleicht liegt genau darin das Missverständnis.
Denn manchmal wird vergessen, dass große Bands nicht nur aus technischer Perfektion bestehen. Sondern aus Songs. Vision. Energie. Persönlichkeit. Charisma. Timing. Entscheidungen. Songwriting. Business-Instinkt.
Und eines kann man nicht wegdiskutieren:
Ohne Lars Ulrich gäbe es Metallica in dieser Form wahrscheinlich nie.
Er war Mitgründer. Netzwerker. Organisator. Visionär. Der Typ, der die Band überhaupt erst zusammenhielt und groß dachte.
Trotzdem scheint der Hass gegen ihn im Internet inzwischen fast schon ein eigener Volkssport geworden zu sein.
Und genau deshalb interessiert mich eure Meinung:
- War der Hass gegen Lars schon von Anfang an da?
- Oder begann alles erst mit dem gigantischen Erfolg des Black Albums?
- Ist es purer Neid auf den Erfolg?
- Sind viele Kommentare einfach Trittbrettfahrer-Mentalität?
- Hat die Napster-Geschichte alles verändert?
- Oder ist Lars Ulrich tatsächlich massiv überschätzt?
- Kann ein „schlechter Drummer“ überhaupt Teil der größten Metal-Band der Welt sein?
Vielleicht liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.
Eines steht aber fest:
Kaum ein Musiker polarisiert die Metal-Welt bis heute so extrem wie Lars Ulrich.
Jetzt seid ihr dran.
Schreibt eure Meinung in die Kommentare. Ich bin wirklich gespannt, wie ihr das seht.

