Als der Spaceman 2014 wieder zur Landung ansetzte
Am 19. August 2014 erschien in Nordamerika mit „Space Invader“ das sechste Solo-Studioalbum von Ace Frehley – und der ehemalige KISS -Gitarrist zeigte damit eindrucksvoll, dass der Spaceman auch Jahrzehnte nach den großen KISS-Jahren noch genügend Treibstoff im Tank hatte.
Für Frehley war „Space Invader“ ein besonderes Album. Es war sein erstes Studiowerk seit „Anomaly“ aus dem Jahr 2009 und gleichzeitig eine Rückkehr zu genau jenem schnörkellosen, gitarrenbetonten Hard Rock, mit dem er seinen unverwechselbaren Stil geprägt hatte.
Der Spaceman übernimmt das Kommando
Ace Frehley übernahm bei „Space Invader“ nicht nur Gesang und Gitarren, sondern spielte auch einen großen Teil der Bassspuren selbst und war als Produzent maßgeblich für den Sound verantwortlich.
Das Ergebnis klingt entsprechend nach Ace: kernige Riffs, dreckiger Rock ’n’ Roll, melodische Refrains und natürlich diese sofort erkennbare Gitarrenarbeit, die bereits den klassischen KISS-Sound entscheidend mitgeprägt hatte.
Songs wie „Gimme A Feelin’“, „Toys“, „What Every Girl Wants“ oder der Titeltrack „Space Invader“ zeigen einen Musiker, der keinerlei Interesse daran hatte, modernen Trends hinterherzulaufen.
Stattdessen machte Frehley das, was er am besten konnte: Hard Rock mit ordentlich Strom auf den Gitarren.
Auch Steve Miller bekam die Ace-Behandlung
Eine Überraschung des Albums war Frehleys Version von „The Joker“, dem berühmten Song der Steve Miller Band.
Coverversionen gehörten immer wieder zu Ace Frehleys Karriere. Bereits auf seinem legendären KISS-Soloalbum von 1978 hatte er mit „New York Groove“ einen fremden Song derart überzeugend zu seinem eigenen gemacht, dass dieser bis heute untrennbar mit seinem Namen verbunden ist.
Auch „The Joker“ wurde auf „Space Invader“ durch Frehleys Gitarrensound unverkennbar ins Ace-Universum verfrachtet.
Ein starkes Comeback in den US-Charts
Kommerziell konnte sich „Space Invader“ ebenfalls sehen lassen.
Das Album stieg auf Platz 9 der Billboard 200 ein. Damit gelang Ace Frehley zu diesem Zeitpunkt die höchste US-Chartplatzierung seiner Solokarriere.
Bemerkenswert war das auch deshalb, weil Frehley damit Jahrzehnte nach seinem Einstieg bei KISS noch einmal bewies, wie groß seine eigene Fangemeinde geblieben war.
Ein Spaceman braucht keinen Trendsound
„Space Invader“ wollte 2014 weder revolutionär noch besonders modern klingen – und genau darin liegt ein großer Teil seines Charmes.
Ace Frehley lieferte ein Album für Menschen ab, die elektrische Gitarren noch gerne laut hören, Riffs wichtiger finden als musikalische Modeerscheinungen und Hard Rock genau so mögen, wie er ursprünglich gedacht war.
Zwölf Jahre später bleibt „Space Invader“ ein starkes Kapitel der Solokarriere eines Gitarristen, dessen Einfluss auf Generationen von Rock- und Metal-Musikern kaum zu überschätzen ist.
Happy Release Anniversary, „Space Invader“!
Und wie könnte es beim Spaceman anders sein:
Die Gitarren sind laut, der Verstärker glüht – und irgendwo da draußen kreist immer noch ein UFO mit Ace Frehley am Steuer.
