Was habe ich den Nachfolger zum selbstbetitelten Debüt herbeigesehnt, welches für mich persönlich definitiv zu den besten AOR-/Westcoast-Alben der letzten 20 Jahre gehört. Die von Jay DeMarcus (Rascal Flatts) und Jason Scheff (ex-Chicago) Anfang 2022 ins Leben gerufene Supergroup sorgte mit ihrem Debütalbum damals für echte Begeisterung im AOR-Lager.
Doch schon allein die Tatsache, dass mit Deen Castronovo (Journey, Revolution Saints) nicht nur ein Ausnahme-Schlagzeuger, sondern auch ein großartiger Sänger nicht mehr mit an Bord ist, versetzte meinen hohen Erwartungen an Take Two den ersten Dämpfer.
Zwar hat man sich mit Steve Ferrone (Tom Petty and the Heartbreakers) namhaften Ersatz ins Boot geholt und zudem greift Tom Yankton neben Jason Scheff vermehrt ans Mikrofon, was dem Album auch einen zarten und frischen Hauch von Country-Feeling verleiht, aber irgendwie vermisse ich die unbeschreibliche Magie, von der das Debüt zweifelsohne umgeben war.
Versteht mich jetzt bitte nicht falsch – Take Two ist beileibe kein schlechtes Album, aber eben auch kein klassikerverdächtiges Werk wie Generation Radio.
Neben den Highlights wie dem harmoniegeladenen Opener „Montana Sky“, der geradezu dafür gemacht wäre, als Soundtrack für eine moderne Western-Dramaserie zu dienen, oder dem groovenden „The Melody“, der seinem Titel mehr als gerecht wird und sich sofort in den Gehörgängen festsetzt, sowie der gefühlsbetonten Ballade „Hate This Heart“, findet sich eben auch relativ viel Füllmaterial auf dem Album.
Vor allem die Coverversionen von „Here I Go Again“ (Whitesnake), „You’re The Inspiration“ (Chicago) oder „I’m Alright“ (Kenny Loggins) wirken letztlich eher unnötig, da die Originale ohnehin kaum zu übertreffen sind.
Lediglich die Neueinspielung des Rascal Flatts-Klassikers „These Days“ ergibt wirklich Sinn, da die Neuinterpretation deutlich mehr Rock-Flair besitzt als die Originalfassung. Außerdem möchte ich noch den entspannten Schleicher „Last Night’s Whiskey“ positiv hervorheben.
Fazit
Take Two ist ein Album mit viel Licht, aber eben auch mit einigen Schattenseiten. Auf die drei genannten Coverversionen hätte man gut und gerne verzichten können, denn deren Originale bleiben ohnehin unerreichbar. Hätte man stattdessen noch einen weiteren eigenen Song integriert, wäre hier vermutlich erneut eine abwechslungsreiche und richtig spannende Scheibe entstanden.
So bleibt unterm Strich ein solides, angenehm hörbares Album – aber kein herausragendes Meisterwerk wie das Debüt.
https://www.instagram.com/generationradioband
https://www.facebook.com/GenerationRadioBand/
