In einem ausführlichen neuen Interview sprach Megadeth-Mastermind Dave Mustaine über die laufende Abschiedstour der Band, seine gesundheitlichen Herausforderungen, sein neues Buch „In My Darkest Hour“ und die Zukunft nach Megadeth.
Besonders bewegt zeigt sich Mustaine von der Unterstützung der Fans weltweit. Vor allem in Südamerika sei er immer wieder überwältigt davon, wie viele Fans der Band von Stadt zu Stadt folgen.
„Ich frage mich manchmal, wie die Leute sich das überhaupt leisten können“, erklärt Mustaine. „Aber ich weiß diese Unterstützung unglaublich zu schätzen.“
Für Gänsehautmomente sorgt bei ihm bis heute ein ganz besonderes Phänomen. Sobald bei „Symphony Of Destruction“ das berühmte Anfangsriff erklingt, beginnt das Publikum vielerorts, im Takt „Megadeth! Megadeth!“ zu rufen. Was einst in Argentinien begann, hat sich inzwischen rund um den Globus verbreitet.
„Jedes Mal bekomme ich davon eine Gänsehaut“, gesteht Mustaine.
Auch über die aktuelle Abschiedstour sprach der Frontmann offen. Eine der größten Herausforderungen sei die Zusammenstellung der Setlist. Gerade eingefleischte Fans wünschen sich immer wieder selten gespielte Songs wie „Liar“ oder andere tiefere Albumtracks.
Ob solche Songs tatsächlich noch ihren Weg in die Setlist finden, ließ Mustaine offen. Er versprach jedoch, dass die Fans ein echtes Old-School-Thrash-Programm erwarten dürfen.
Ein besonders persönliches Kapitel seines Lebens behandelt Mustaine in seinem neuen Memoir „In My Darkest Hour“. Das Buch konzentriert sich nicht auf die Geschichte von Megadeth, sondern auf ihn als Mensch und seinen Kampf gegen den Krebs.
Mustaine beschreibt die damalige Zeit als einen Kampf auf Leben und Tod.
„Ich wusste nicht, ob ich überleben würde. Es hätte durchaus sein können, dass das nächste Album mein letztes wird.“
Besonders belastend seien die Auswirkungen der Chemotherapie gewesen. Während das Schreiben des Buches selbst nicht übermäßig emotional war, kämpfte Mustaine immer wieder mit Erinnerungslücken.
„Als ich aus der Chemotherapie kam, konnte ich mich an vieles kaum noch erinnern.“
Die Angst, sein Gedächtnis dauerhaft zu verlieren, sei für ihn eine der schlimmsten Erfahrungen seines Lebens gewesen. Heute hofft er, mit seinem Buch anderen Menschen Mut machen zu können, die sich in ähnlichen Situationen befinden.
Er freue sich jedes Mal, wenn er von Menschen höre, die ihre Krankheit besiegt hätten.
Im Interview sprach Mustaine auch über seinen kreativen Prozess. Entgegen der Erwartungen vieler Fans entstehen seine Songs zunächst nicht auf einer verzerrten E-Gitarre, sondern auf einer Akustikgitarre.
Für ihn ist das der beste Weg, um herauszufinden, ob ein Riff wirklich stark genug ist.
Wenn ein Riff bereits auf einer Akustikgitarre funktioniert und eingängig klingt, weiß er, dass er etwas Besonderes gefunden hat. Erst danach beginnt die eigentliche Arbeit mit elektrischen Gitarren, Sounds und Arrangements.
Dabei erinnert er sich bis heute an einen Rat des legendären Produzenten Quincy Jones:
„Ein eingängiger Riff, ein guter Beat und zehn einfache Wörter.“
Für Mustaine steckt in dieser einfachen Formel bis heute das Geheimnis vieler großer Songs.
Sorgen bereitet ihm allerdings seine Gesundheit. Der Gitarrist sprach offen über die zunehmenden Probleme mit seiner Hand. Nach dem Ende der Abschiedstour soll eine Operation folgen, deren Ausgang derzeit völlig offen ist.
Mustaine hofft auf eine Verbesserung, macht den Fans jedoch keine falschen Versprechungen.
Im schlimmsten Fall könnte die Operation sogar das Ende seiner Karriere als Gitarrist bedeuten.
Als er gefragt wurde, ob es inzwischen bestimmte Songs gibt, die besonders schwer zu spielen seien, antwortete er trocken:
„All of them.“
Trotz aller Herausforderungen blickt Mustaine mit Stolz auf die Gegenwart. Er genießt die aktuelle Besetzung von Megadeth, schätzt seine Bandkollegen und freut sich darüber, dass die Gruppe erfolgreicher ist als jemals zuvor.
Zusätzlichen Grund zur Freude liefert die Nachricht, dass ein Megadeth-Album kürzlich in der Tschechischen Republik Platinstatus erreicht hat.
Für Dave Mustaine ist das ein weiterer Beweis dafür, dass die Musik auch nach Jahrzehnten noch Menschen auf der ganzen Welt erreicht.
Und genau dafür gebührt ihm Respekt.
Metalheads World gratuliert Dave Mustaine zu diesem Erfolg und bedankt sich für Jahrzehnte voller kompromisslosem Heavy Metal.
