(Iron Shield)
Genre: Thrash Metal
Ein klassisch geprägtes Thrash-Album mit deutlicher 80er-DNA, das nach jahrzehntelanger Pause mit viel Abwechslung, Spielfreude und epischen Strukturen überzeugt.
Review
Es dürfte kein Zufall sein, dass auf „The Fourth Decade“ der Geist der 1980er so deutlich durchklingt. Zwischen dem Debüt und diesem Album liegen rund 35 Jahre – eine Wartezeit, die sich in diesem Fall hörbar ausgezahlt hat. RAVENOUS präsentieren ein Werk, das tief im klassischen Thrash und Speed Metal verwurzelt ist, dabei aber genügend eigene Akzente setzt.
Die Einflüsse sind klar erkennbar: Metallica, Exodus, Metal Church und Testament schimmern immer wieder durch, stellenweise lassen sich auch modernere Nuancen à la Machine Head heraushören.
Zentrales Element ist dabei die Stimme von Jo Koglbauer, deren düsteres, raues Timbre perfekt zum Gesamtbild passt. Gleichzeitig bekommen die Gitarren viel Raum zur Entfaltung – ein entscheidender Faktor für den druckvollen, aber dennoch differenzierten Sound des Albums.
Auffällig ist die Länge vieler Songs: Die meisten Tracks überschreiten die Fünf-Minuten-Marke, was jedoch keineswegs Selbstzweck ist. Statt einfacher Strophe-Refrain-Strukturen liefern RAVENOUS komplexe Arrangements mit Zwischenspielen, wechselnden Soli, punktuell eingesetzten Synthesizern und zahlreichen Dynamikwechseln. Dazu kommen eingängige Mitsing-Passagen mit Backing Vocals und treibende Double-Bass-Attacken.
Ein besonderes Highlight ist die Halb-Ballade „Two/Killerdog“, die aus einem Fragment aus den 1990ern („Killerdog“) und dem neuen Teil „Two“ zusammengesetzt wurde – letzterer eine klare Referenz an „One“ von Metallica. Hier zeigt Jo Koglbauer, dass er auch im melodischen Klargesang überzeugt. Für eine Thrash-Band ein eher untypischer Ansatz, der dem Album jedoch zusätzliche Tiefe verleiht.
Während die erste Albumhälfte stärker auf klassischen, direkten Thrash setzt, öffnet sich die zweite Hälfte zunehmend in Richtung epischer und leicht progressiver Strukturen. Mit einer Spielzeit von nahezu 70 Minuten liefern RAVENOUS zudem ein umfangreiches Gesamtpaket, das auch in Sachen Umfang überzeugt.
Fazit
„The Fourth Decade“ ist ein durchdachtes und abwechslungsreiches Thrash-Album, das seine Wurzeln im klassischen 80er-Sound hat, dabei aber genügend Eigenständigkeit und Tiefe mitbringt. Wer puristischen Thrash sucht, wird hier ebenso fündig wie Hörer, die etwas mehr Struktur und epische Elemente im Sound schätzen.
Bewertung
8 / 10
Metalheads World meint
Ein starkes Comeback nach Jahrzehnten – traditionsbewusst, abwechslungsreich und mit genug Substanz, um sowohl alte Thrash-Fans als auch offene Hörer abzuholen.
Review by
Frank de Blijen (FDB)


