Es gibt Konzerte, die vergisst man nie. Und es gibt Konzertreihen, die einen über Jahre begleiten. Rock Meets Classic gehört für mich definitiv dazu. Zum mittlerweile zehnten Mal durfte ich Teil dieser besonderen Reise sein – und gerade deshalb war klar: Die letzten Shows der Farewell Tour 2026 in München und Ingolstadt sind Pflicht.
Mit einer Mischung aus Vorfreude, Wehmut und auch einer gewissen Demut ging es für uns an diesem Sonntag in die Münchner Olympiahalle – und das direkt in die zweite Reihe. Besser kann man ein Finale kaum erleben. Die Erwartung war riesig. Und eines wussten wir schon vorher: Enttäuscht würden wir definitiv nicht werden.
Ein Auftakt, der sofort unter die Haut geht
Als das Orchester Platz nahm und die ersten Töne von „Paranoid“ erklangen, schoss der Puls sofort nach oben. Diese Mischung aus klassischer Wucht und ikonischem Metal-Riff erzeugt jedes Mal Gänsehaut – und live ist das schlicht überwältigend.
Als dann Alessandro Del Vecchio einsetzte, war der Moment perfekt. Für mich ist er weit mehr als „nur“ musikalischer Direktor. Er ist das Herz dieser Show – Keyboarder, Backgroundsänger, Strippenzieher im Hintergrund. Ein echtes Multitalent, das dem gesamten Abend seinen Stempel aufdrückt.
Große Stimmen, große Songs, große Emotionen
Danach kam Ronnie Atkins auf die Bühne – und allein seine Präsenz sorgt schon für Gänsehaut. Mit „Future World“ und „Little Drops of Heaven“ lieferte er genau das, was man sich erhofft. Persönlich hätte ich mir sogar noch mehr Songs von ihm gewünscht – aber das spricht eher für die Qualität seines Auftritts.
Weiter ging es mit Robert Hart, der mit „Davy’s On The Road Again“ und „For You“ nicht nur musikalisch überzeugte, sondern auch mit seiner lockeren, sympathischen Art durch das Programm führte. Ein Entertainer, der weiß, wie man ein Publikum abholt.
Mit Eric Martin wurde es dann richtig emotional und gleichzeitig herrlich unterhaltsam. „Take Cover“, „Wild World“ und natürlich „To Be With You“ sorgten für beste Stimmung. Eric ist einfach ein Spaßvogel – und genau das überträgt sich sofort aufs Publikum.
Ein ganz besonderer Moment war für mich erneut Tarja Turunen. Ich hatte sie bereits 2024 bei Rock Meets Classic erlebt – und auch diesmal hat sie mit ihrer außergewöhnlichen Stimme alles in den Bann gezogen. Diese Mischung aus klassischer Eleganz und metallischer Wucht ist und bleibt einzigartig.
Gitarrenlegende trifft pure Energie
Mit Michael Schenker stand anschließend eine echte Gitarrenikone auf der Bühne. Natürlich durfte auch sein Markenzeichen, die Fellmütze, nicht fehlen. Unterstützt wurde er von R.D. Liapakis, der mit seiner rauen Stimme ordentlich Druck machte.
Mit „Doctor Doctor“, „Only You Can Rock Me“, „Love To Love“ und „Lights Out“ wurde hier ein echtes Klassiker-Feuerwerk abgebrannt. Gleichzeitig bekam Schenker genügend Raum für seine legendären Soli – und genau diese Momente zeigen, warum er seit Jahrzehnten zu den ganz Großen gehört.
Der finale Moment – wenn Geschichte endet
Und dann kam dieser Moment, auf den viele gewartet hatten. Wenn es um den „Final Countdown“ geht, gibt es nur einen Namen: Joey Tempest.
Doch bevor es so weit war, zeigte er noch einmal eindrucksvoll, warum Europe bis heute zu den ganz Großen gehören. Mit „Ready Or Not“, „Carrie“ und „Rock The Night“ bewies Tempest, dass seine Stimme auch nach all den Jahren nichts von ihrer Kraft verloren hat. Dazu diese Bühnenpräsenz – locker, souverän und voller Energie.
Und dann natürlich: „The Final Countdown“. Ein Song, der wie kaum ein anderer für Abschiede steht – und genau deshalb perfekt in diesen Moment passte.
Zum großen Finale versammelten sich schließlich noch einmal alle Künstler gemeinsam auf der Bühne. Mit „The Show Must Go On“ wurde dieser Abend würdig beendet – ein Gänsehautmoment, der noch lange nachwirkt.
Ein Abschied, der keiner sein will
Zwei unvergessliche Abende liegen hinter uns. Große Künstler, große Songs und das Gefühl, Teil von etwas Besonderem gewesen zu sein.
Ja, es ist ein Abschied.
Aber ganz ehrlich: Diese Musiker sind noch lange nicht am Ende.
Und wer weiß – vielleicht war es nicht das letzte Kapitel von Rock Meets Classic.




























